Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. Mus.ep. Spohr-Correspondenz 1,9
Inhaltsangabe: [Ernst Rychnovsky], Beschreibendes Verzeichnis der Autographen-Sammlung Fritz Donebauer in Prag, 2. Aufl., Prag 1900, S. 22
Beleg 1: Sammlung Fritz Donebauer, Prag. Briefe, Musik-Manuscripte, Portraits zur Geschichte der Musik und des Theaters. Versteigerung vom 6. bis 8. April 1908 (= Katalog Stargardt), Berlin 1908, S. 97
Beleg 2: Georg Kinsky, Versteigerung von Musiker-Autographen aus dem Nachlaß des Herrn Kommerzienrates Wilhelm Heyer in Köln im Geschäftslokal der Firma Karl Ernst Henrici. Montag, den 6 und Dienstag, den 7. Dezember, Bd. 1, Berlin 1926, S. 100

London, 2 Manchester Square
15 Dezember 1856

Hochverehrter Herr und Freund

Wie sehr es dem Festival Comittee von Norwich leid thut, auf das Glück Sie noch einmal in der Ihnen so ergebenen Stadt begrüßen, und an der Spitze des Orchester‘s als erprobten, allgemein geliebten Feldherrn empfangen zu dürfen, bedarf wohl kaum der Nachricht. - Den einzigen Trost, welchen Ihr so freundliches Schreiben enthielt daß es dem englischen Publikum vergönnt sein wird, ein oder zwei Ihrer neuern Werke bewundern zu können, dürfen Sie uns nicht versagen. - Im vorletzten Musikfest wurde ein Vaterunser von Ihrer Komposition, unter dem Namen „The Christian‘s Prayer“ aufgeführt.1 - Ich vermuthe aber, das von Ihnen erwähnte ist ein in England unbekanntes so wie die Hymne an Gott.2 Wäre es Ihnen möglich die beiden Kompositionen mit der erforderlichen Anzahl von Chor und Orchester Stimmen und3 mit unterlegtem englischen Text entweder an mich oder an Herrn Roger Kerrison Tombland, Norwich abgehen zu lassen? Die Herren wünschten natürlich eine Abschrift der Partituren (falls selbe nicht nicht im Druck erschienen) nebst den Stimmen käuflich an sich zu bringen. Vielleicht wären Sie so gütig, mir sobald als möglich Nachricht zu geben, wie hoch sich ungefähr die Unkosten für je 70 von jeder Stimme, 10 ersten Violinpulte 8 zweiten Ditto, 8 Violen und 10 Violoncello & Kontrabaßpulte mit dem dazugehörigen Blas und Blech Instrumenten und Partituren belaufen würden, damit ich das Ganze den Direktoren vorlegen könnte. Entschuldigen Sie, hochverehrter Herr die Mühe, welche ich Ihnen verursache, und genehmigen Sie die Versicherung meiner unwandelbaren Achtung und Bewunderung mit welcher ich jezt verbleiben werde

Hochverehrter Herr und Freund
Ihr
ergebenster
Julius Benedict

Autor(en): Benedict, Julius
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Kerrison, Roger
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Gott du bist groß, op. 98
Spohr, Louis : Vater Unser, WoO 67
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Norfolk and Norwich Triennial Festival
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1856121544

http://bit.ly/2w6KAUc

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Spohr an Benedict, 04.12.1856. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Benedikt an Spohr, 21.01.1857.

[1] Vgl. Robin H. Legge und W.E. Hansell, Annals of the Norfolk & Norwich Triennial Musical Festivals. MDCCCXXIV : MDCCCXCIII, London 1896, S. 118.

[2] „Gott, du bist groß“, op. 98.

[3] „und“ über der Zeile eingefügt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (25.02.2020).