Autograf: nicht ermittelt
Entwurf: Stiftelsen Musikkulturens Främjande Stockholm (S-Smf), Sign. LTR 6088

An den Vorstand der deutschen Tonhalle.

Der Unterzeichnete hat die ihm übersandten1 79 Preisbewerbungen genau2 geprüft, aber unter der großen Anzahl auch nicht eine gefunden, die allen Anforderungen, die man an ein gutes Lied zu machen berechtigt ist,3 könnte. Er beschränkt sich allso4 darauf die vier Kompositionen zu bezeichnen, die ihm die besten zu seyn scheinen. Es sind die Nummern 55, 76, 68 und 26, und soll er einer von diesen den Vorzug geben, so möge es die erstgenannte mit dem Motto „Singe, wem Gesang gegeben“ seyn. Da es aber unter den Bewerbungen wohl noch ein Dutzend giebt,5 die dem genannten im Werth nicht sehr nachstehen, und es daher höchst unwahrscheinlich ist, daß zwei Stimmen der Preisrichter auf dieselben Nummer fallen werden6, so gibt er auch gern einer der andern von ihm genannten Nummern seine Stimme, fals auf sie die eines der andern Preisrichter gefallen seyn sollte.7

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Schüssler, Adam
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1855021517

http://bit.ly/3dNetcA

Spohr



Dieser Brief ist derzeit nur als Antwortentwurf auf dem Autograf des Vorbriefs Schüssler an Spohr. 26.01.1855 überliefert. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Schüssler an Spohr, 09.09.1855.
Da Spohr die beiden vorhergehenden Briefe von Schüssler jeweils in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen beantwortete, dürfte dieser Brief etwa Mitte Februar 1855 entstanden sein.

[1] „ihm übersandten“ über der Zeile eingefügt.

[2] „genau“ über der Zeile eingefügt.

[3] Hier gestrichen: „entsprechen“.

[4] „allso“ über einem gestrichenen Wort eingefügt.

[5] „giebt,“ über gestrichenem „geben mag,“ eingefügt.

[6] „werden“ gestrichen und durch Unterpunktung wieder eingefügt. Danach gestrichen: „fallte“.

[7] Zum Ausgang des Preisausschreibens vgl. „Deutsche Tonhalle“, in: Urania 12 (1855), S. 93f.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (02.07.2020).