Autograf: derzeit verschollen
Druck: [Paul Zimmermann], „Louis Spohr und Braunschweig“, in: Braunschweigisches Magazin (1909), S. 109-117, hier S. 116

Cassel, den 11ten Nov. 1852

Liebe Rosalie,

Deine Harfen-Noth geht mir recht zu Herzen! Am einfachsten und schnellsten würde ihr wohl abgeholfen, wenn Dein Vater mit der Harfe sogleich nach Berlin ginge und unter seiner und des Herrn Grimm Aufsicht sie dort in Ordnung bringen ließe. Wenn an dem Mechanismus nichts gebrochen ist, und er nur gereinigt zu werden braucht, (was im übrigen mindestens alle Jahr einmal geschehen muß,) so ist die Sache in einigen Tagen abgethan. Gut wäre es aber, wenn Dein Vater sich bey der Gelegenheit recht genau mit der Zusammensetzung des Mechanismus bekannt machte, um in‘s künftige jede Störung gleich selbst beseitigen zu können. In der Regel ist es nur eine Kleinigkeit, der man selbst abhelfen kann, wenn man nur die Ursache aufzufinden weiß. Die Harfe nach Paris zur Reparatur zu schicken, würde ich auf keinen Fall rathen. Es würde dieß viel kosten, und könnte sich so in die Länge ziehn, daß Du um die ganze Winterreise kämest! Auch könnte ich in keiner Weise die Angelegenheit durch Empfehlung fördern, da ich weder Herrn Erard noch sonst jemand kenne, dem ich ein Betreiben derselben anmuthen könnte. - Wenn Dein Vater selbst mit nach Berlin geht, so wird Herr Grimm sich gewiß sogleich beeifern das Nöthige anzuordnen, und Du gewinnst dann die Zeit, Dich vor Antritt der Reise noch gehörig vorbereiten zu können. Dieß ist der Rath den ich geben kann. Bitte Deinen Vater ihn zu befolgen.
Die herzlichsten Grüße von allen

Dein Dich liebender Onkel
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Spohr, Rosalie
Erwähnte Personen: Grimm, Louis
Spohr, Wilhelm
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Berlin
Paris
Erwähnte Institutionen: Erard <Paris>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1852111100

http://bit.ly/2rw5PbN

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Rosalie Spohr an Louis Spohr. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Louis Spohr an Rosalie Spohr, 16.05.1853, aus dem sich noch zwei derzeit verschollene Briefe von Rosalie Spohr an Louis Spohr erschließen lassen (April oder Anfang Mai 1852 und bis zum 14.05.1852).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (02.06.2017).