Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Detmold den 12ten Novbr. 1847.

Hochgeehrter Herr general-Musikdirector.

Ihre werthe Zuschrift gestern erhalten, beeile ich mich Ihnen anzuzeigen, daß ich mich so zeitig in Cassel einfinden werde, um im 1ten Concerte spielen zu können und die 25jährige Jubelfeier des Cäcilienverein mit beizuwohnen. Da Sie es mir frei stellen, zweimal zu spielen, so nehme ich solches dankend an, da es für den Solisten den Vortheil hat, daß er für die 2te Nummer eine mehr allgemein ansprechenderes Stück wählen kann und habe zum Vortrag bestimmt:
1.) Les Adieux de Russie; Concert für die Violine und
2.) Einleitung und Variazionen über ein Thema von Bellini für die Violine. Beide Compositionen sind von mir und um den Titel von Nro 1 im voraus bei Ihnen zu rechtfertigen, bemerke ich daß ich dasselbe für mein Abschiedskonzert in Rußland schrieb und gegen Schluß des Concertes die russische Volkshymne darin vorkommt.1 Den 22ten d.M. um 9 Uhr Morgens werde ich zu Ihnen kommen um das Nöthige von Ihnen mündlich zu erfahren. Achtungsvoll empfiehlt sich Ihnen ergebenst

Otto Gerke.

Autor(en): Gerke, Otto
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Gerke, Otto : Les Adieux de Russie
Gerke, Otto : Einleitung und Variationen, Vl Orch
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Cäcilienverein <Kassel>
Hofkapelle <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1847111240

http://bit.ly/2G5bv2c

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Spohr an Gerke. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Gerke an Spohr, 25.01.1848.

[1] Durch die nach dem Tod von Kurfürst Wilhelm II. am 20.11. ausgerufene Staatstrauer musste das geplante Konzert auf den 29.11. verschoben werden (vgl. Spohr an Adolph Hesse, 11.12.1847). - Gerkes Auftritt ist erwähnt von O[tto] K[raushaar], „Kassel. Von Anfang Januar bis Ende April 1848“, in: Allgemeine musikalische Zeitung 50 (1848), Sp. 379ff., 393ff., 424f. und 437ff., hier Sp. 394.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (11.05.2018).