Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Hochgeehrter Herr!

In Folge Ihres geehrten Auftrages habe ich bei meiner Rückkehr von Cassel es gehörigen Ortes wegen Ihres Honorars erwähnt, habe jedoch zu meinem größten erstaunen erfahren, daß es nicht besorgt würde. Nun jedoch habe ich die Sache wieder angeregt, und so hoffe ich werden Sie in einigen Tagen in den Besitz gelangen, da ich es nun dem Herrn Intendanten1 mittheilte. -
Ich habe vor einigen Tagen an Ihren Herrn Intendanten geschrieben, und ihm mitgetheilt, daß meine dießjährigen Ferien vom 1ten Mai bis Ende Juni statt finden, daß ich nicht abgeneigt sey mich für diese Zeit zu einem Gastspiel bei Ihnen zu [seyn] sey es für 4-6 Wochen, wie Ihnen dieß am Besten convenirt. [Da] ich in Erfahrung gebracht daß Herrn Derskas Gesundheit noch immer nicht restablirt ist, und ich mir schmeichle darf Ihnen durch mein Gastspiel Nutzen zu bringen, mich überdieß unter billigen Bedingungen einigen würde, da ich sehr gerne in Cassel bin, so dürfte(?) meine Proposition Ihnen vielleicht eine angenehme seyn, und ich erwarte darüber eine möglichst baldige Entschließung, da ich noch mit andern Bühnen in Correspondenz stehe, und es mir unendlich leid thun würde, wenn von Ihnen ein Entschluß käme, und ich bereits versagt wäre. - Einige Tage kann ich es wohl noch hinhalten, allein binnen 6 Tagen, würde ich doch um eine Erklärung bitten, daher ich auch hhiermit die gehorsamste Bitte an Sie richte, die Sache bei Ihrer Höchl. Intendantur gütigst erwähnen zu wollen.
Heute geben wir Ihre treffliche Jessonda.
Ich empfehle mich Ihnen ganz gehorsamst, und nenne mich mit wahrer Verehrung

Ihren ergebenen
F. Schmezer

Braunschweig d 24 März 1847.

Autor(en): Schmezer, Friedrich
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Derska, Johann Joseph
Heeringen, Josias von
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Jessonda
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Braunschweig>
Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1847032444

http://bit.ly/2Eh4rAV

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Schmezer, 30.09.1845. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Schmezer, 22.05.1849.

[1] Josias von Heeringen.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.12.2019).