Autograf: nicht ermittelt
Druck: [Friedrich Oetker], Spohr’s Jubel-Fest im Januar 1847, Kassel 1847, S. 24f.

Zum Jubelfest
des Herrn Hof-Kapellmeisters Spohr.

Was vernahm mit Freude mein Ohr?
Daß das Jubelfest vom großen Spohr
Wird heute, den siebenundzwanzigsten gefeiert.
Vor 25 Jahren sind wir bei großer Kälte dahin geleiert1,
Zurecht noch kamen wir in Cassel an,
Daß der Jubilar die Canzi noch hören kann.
Nun, da nach diesem Vierteljahrhundert
Die Welt mit Recht hat Sie bewundert,
So bring ich Manches noch aus ältrer Zeit,
Was sie erlebt, beglückt, erfreut.
Auch bring ich meinen Wunsch mit dar:
Daß Gott Sie recht viele Jahr'
Noch leben läßt in dieser Welt,
Das habe ich bei ihm bestellt.
Er mag die Bitte mir gewähren,
Die Welt mag sie noch verehren,
Wie ich sie 42 Jahrverehrt,
Seit Sie in Gotha eingekehrt.
Nach Altenburg gings, mir ist's wie heut,
Wo Sie ihre liebe Dorothee gefreit. –
Doch nach mancher glücklichen Zeit
Traf Sie auch manches bittere Leid,
Bis Sie wieder glücklich sind geworden
In dem Heiligen Ehestandsorden.
Nun leben Sie noch lange glücklich und froh,
Ich, der Schreiber, nenne mich so:

Joh. Gottfr. Schramm in Gotha.

Erwähnte Personen: Canzi, Katharina
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Altenburg
Gotha
Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1847011845

http://bit.ly/2dv2H8U

Spohr



Schramm sendete dieses Gedicht als Huldigung zur Feier von Spohrs 25jährigem Dienstjubiläum in Kassel. Da das Gedicht dem Druck zufolge zur Feier am 20.01.1847 bereits in Kassel vorlag, schickte Schramm es – einen Postweg von wenigstens zwei Tagen vorausgesetzt – spätestens am 18.01.1847 ab.
Spohr beantwortete diesen Brief am 07.03.1847.

[1] Schramm begleitete Spohr ab Gotha auf seiner Reise zu seinem Dienstantritt in Kassel (vgl. Louis Spohr an Dorette Spohr, 13.01.1822).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (29.09.2016).