Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Hochgeehrter Herr Hof-Capellmeister!

Ich erlaube mir eine ganz gehorsamste Bitte an Sie zu stellen, durch deren Erfüllung Sie mich zum innigsten Danke verpflichten würden.
Wir hegen nemlich die Absicht die Oper: die Bräute von Venedig, zu geben, wollten uns aber gern vorher von der Musik dieser Oper überzeugen, ob solche auch für unsere Verhältnisse paßt, und bin daher so frei gehorsamst anzufragen ob Sie wohl geneigt seyn würden uns Ihre Partitur, auf ein Paar Tage1 nur, zur Ansicht zu leihen, da wie wir hören diese Oper nur persönlich vom Componisten in London zu beziehen ist. Sie können fest darauf zählen, daß wenn Sie so freundlich sind uns die Partitur & Buch zu senden, wir Sie Ihnen bestimmt wieder in der zu bestimmenden Zeit retourniren. Zugleich bitten wir um genaue Angabe der Adresse von H. Benedict, oder woher Sie das Werk bezogen haben2, so wie auch (wenn es nicht indiskret ist) ein Angabe des Honorars3, was sie dafür bezahlten.
An Ihrer Oper4 studiren wir fleißig, so daß sie binnen 14 Tagen seyn könnte, allein der Decorateur läßt uns mit der Schloßkirche im Stich, und so kömmmt sie leider nicht vor Mitte November zur Aufführung. Die Quartettproben haben aber schon begonnen.
Indem ich um Verzeihung bitte, wegen meiner an Sie gestellt Bitte empfehle ich mich, indem ich einer geneigten Antwort entgegen sehe

Mit größter Verehrung
Ihr
F. Schmezer
Hofsänger & Regisseur der Oper

Braunschweig d 26t Sept. 1845

NS Adresse welche Sie gütigst nur(???):
„an die
Herzogl. Hof-OpernRegie, abzugeben
im Theater-Bureau“
stellen.

Autor(en): Schmezer, Friedrich
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Benedict, Julius : Die Bräute von Venedig
Spohr, Louis : Die Kreuzfahrer
Erwähnte Orte: Braunschweig
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Braunschweig>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1845092644

http://bit.ly/2YL5liD

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Schmezer an Spohr, 22.03.1845. Spohr beantwortete diesen Brief am 30.09.1845.

[1] „Paar Tage“ von Spohr zusätzlich zu Schmezers schwarzer Unterstreichung noch einmal rot unterstrichen.

[2] Von Spohr mit rot am Rand eingefügt: „Hallbergersche Verlagsbuchhandlung in Stuttgart“.

[3] Hier von Spohr unter „Honorar“ mit rot ergänzt „(20 Frdor)“.

[4] Die Kreuzfahrer.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.12.2019).