Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 1.6 <Töpken 18450628>

Sr. Wohlgeb.
dem Herrn Doktor
A.Th. Töpken
in
Bremen.

frei.


Oldenburg den 28 Juni
1845

Hochgeehrtester Herr Doktor,
Ein heftiger Krankheitsanfallfall1 zwingt mich alle meine musikalischen Pläne aufzugeben und direkt von hier nach Carlsbad zu eilen um die dortige Kur, die mich früher schon einmal hergestellt hat, zu wiederholen. Ich muss es daher auch aufgeben, die Jessonda selbst zu leiten2, so großes Vergnügen es mir auch gemacht haben würde, denn wenn ich auch so lange warten könnte, als Sie in Ihrem geehrten Schreiben proponiren, so würde mir doch die Kraft zum Dirigiren fehlen, da ich kaum die Feder führen kann. Ich muss aber, um noch vor Ablauf meiner Ferien 3 Wochen in Carlsbad zubringen zu können, schon am Montag mit dem Dampfschiff3 von Bremen abreisen. Indem ich daher mein Bedauern ausspreche, für dieses Mal Ihrer Aufforderung nicht Folge leisten zu können, habe ich die Ehre Ihr mit vorzüglicher Hochachtung zu seyn.

Ihr
ergebenster
Louis Spohr

Ich bitte nun zu blättern:

N.S. Hätten Sie wohl die große Gefälligkeit Herrn Corssen den Inhalt der vorstehenden Zeilen gütigst mitzutheilen und ihm zu sagen, das es mir gleichfals leid sey, meine Zusage zu einer Musikparthie zurücknehmen zu müssen, da mir die Kraft fehlt zu schreiben.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Töpken, Albert Theodor
Erwähnte Personen: Corssen, Johann Matthias
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Jessonda
Erwähnte Orte: Bremen
Karlsbad
Erwähnte Institutionen: Stadttheater <Bremen>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1845062815

http://bit.ly/1WgP2DH

Spohr



Dieser Brief ist Spohrs Antwort auf mindestens einen der vorangegangenen Briefe vom 26.06.1845 und 27.06.1845. Es ist der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz.

[1] Vgl. Marianne Spohr, Tagebucheinträge, 26.-28.06.1845; „Oldenburg. (Auszug aus einem Schreiben des Herrn Capellmeister Pott)“, in: Allgemeine Musikalische Zeitung 47 (1845) Sp. 613f.,hier Sp. 614; Louis Spohr, Louis Spohr's Selbstbiographie, Bd. 2, Kassel und Göttingen 1861, S. 292f.

[2] Die Aufführung in Bremen war für den 02.07.1845 geplant (Marianne Spohr, Tagebucheintrag 30.06.1845, vgl. auch 27.06.1845).

[3] „Wittekind” (vgl. Marianne Spohr, Tagebucheintrag, 02.07.1845; „Vereinte Weser-Dampfschifffahrt zwischen hannov. Münden, Hameln preuß. Minden und Bremen”, in: Allgemeine Zeitung <München> (1845), S. 1406)

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Levon R. Müller (22.04.2016).