Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. Mus.ep. Spohr-Correspondenz 2,257
Druck: [Ernst Rychnovsky], Beschreibendes Verzeichnis der Autographen-Sammlung Fritz Donebauer in Prag, 2. Aufl., Prag 1900, S. 316 (teilweise)

Hamb. d. 26sten Sept. 1844.

Hochgeehrter Herr!

Gleich nach Absendung meines Briefs vom gestrigen Datum, nach Braunschweig, erhielt ich Ihr werthes Schreiben vom 23sten Sept, und da der Churprinz mir das Theater zum Concert überlassen, stehe ich nicht länger an, so schnell als möglich nach Cassel zu kommen. Ich denke demnach den 6ten oder 7ten October dort einzutreffen, und würde ich Sie recht sehr um die Gefälligkeit ersuchen es so einzurichten, daß mein Concert den 11ten oder 12ten, statt finden kann, denn ich muß bemerken daß ich sehr wenig Zeit übrig habe und von dort so bald als möglich nach Leipzig und Dresden, und späterhin nach Wien eilen werde. Sehr lieb wäre es mir, wenn meine bevorstehende Ankunft durch die Casseler Zeitung dem musikliebenden Publikum vorher bekannt gemacht würde. Doch überlasse ich alles Ihrer gütigen und gefälligen Leitung. – Was ich spielen werde, kann ich erst nach Ansicht der dortigen Piano's bestimmen; jedenfalls werde ich aber ein großes Werk von Beethoven (etwa die A moll Sonate) vortragen. Dies läßt sich zu seiner Zeit besser an Ort und Stelle besprechen. Ich werde an oben genannten Tagen jedenfalls dort eintreffen. Bis dahin mit größter Hochachtung Ew. Wohlgebor

Ergebenster: Rudolph Willmers.

P.S. Ich bitte recht sehr die Herrn C. Müller, Rob. Griepenkerl, und Meyer jun. freundschaftlichst von mir zu grüßen.

Erwähnte Personen: Beethoven, Ludwig van
Friedrich Wilhelm Hessen-Kassel, Kurfürst
Griepenkerl, Robert
Meyer, Gottfried Martin
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1844092645

http://bit.ly/2cAsqi5

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf den verlorenen Brief Spohr an Willmers, 23.09.1844. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Willmers an Spohr, 08.10.1844.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (15.09.2016).