Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 1.2 <18440816>

Breslau d. 16t August 44

Geliebter Freund und Gönner!

Überbringer dieser Zeilen ist Herr Banquier und Rittergutsbesitzer Friedländer, der mit seiner liebenswürdigen Tochter nach Belgien und vielleicht auch nach Paris reist. Er macht hier ein Haus, sieht Künstler bei sich und hat namentlich unser liebes Bottchen hier sehr gut aufgenommen. Das Fräulein ist meine Schülerin, die Ihre Kompositionen fast alle genau kennt, denn wir haben nicht nur alle 4händigen Arrangements davon gespielt; sondern das Fräulein hat auch im Theater und in den Konzerten Vieles gehört und verehrt Sie hoch. Da ich in diesem Hause viel und gern bin, so habe ich natürlich auch von Ihnen sehr viel erzählt und die Herrschaften selbst aufgemuntert bei ihrer Durchreise durch Cassel Sie zu besuchen (weshalb ich sie sehr beneide). Überglücklich würden Sie Herrn und Fräulein Friedländer so wie mich machen, wenn Sie den Herrschaften die himmlischen Töne Ihrer Geige zu hören gäben. Im Falle Herr Friedländer auf dem Rückwege zu Ihnen kommt bitte ich um ein paar Zeilen von Ihnen. Nun theurer Freund, ich bin, bleibe und werde immer mehr Ihr Schuldner, empfehlen Sie mich Ihrer Frau Gemahlin und allen lieben Freunden.

wie immer Ihr ergebener Verehrer
Adolph Hesse.

Autor(en): Hesse, Adolph
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Friedländer, Bertha
Friedländer, Joseph
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Breslau
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1844081631

http://bit.ly/1RVBqdd

Spohr



Der letzte Brief dieser Korrespondenz ist Hesse an Spohr, 19.04.1844. Der nächste Brief dieser Korrespondenz ist Hesse an Spohr, 21.08.1844.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.10.2015).