Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms.hist.litt.15[161
Beleg: Goetheautographen, Goethe in den Briefen seiner Zeitgenossen, Briefe aus dem Weimarer Kreis, Briefe deutscher Dichter und Schriftsteller, Musikerautographen aus dem Nachlaß Friedrich Schneiders in Dessau († 1853) und anderem Besitz. Versteigerung 19. Mai 1913 (= Katalog Henrici 15), Berlin 1913, S. 61

Cassel den 20sten
April 1844.

Hochgeehrtester Freund

Mit dem herzlichsten Dank für die uns gütigst geliehene Partitur und die Stimmen des Messias sende ich selbe hiermit zurück. Die Aufführung ging am Charfreitage glücklich von Statten und war zahlreich besucht.1 Wir gaben nur die 2 ersten Theile, diese aber ohne alle Auslassungen. Zur Verstärkung der Bässe für den 2ten Theil fand ich noch glücklicher Weise einige alte Baßstimmen, die zwar nach der Originalpartitur geschrieben waren, sich aber vollkommen gut brauchen ließen.
Sehr erfreut hat uns Ihr gütiges Anerbieten, uns ebenfals Partitur und Stimmen Ihres Weltgerichts einmal borgen zu wollen. Da das Werk von unsern Vereinen2 gekannt und hier sehr beliebt ist, so werden wir recht bald einmal von Ihrem gütigen Anerbieten Gebrauch machen und dann eine recht würdige Aufführung veranstalten.
Mit der herzlichsten Freundschaft stets

der Ihrige
Louis Spohr

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Händel, Georg Friedrich : Der Messias
Schneider, Friedrich : Das Weltgericht
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Cäcilienverein <Kassel>
Liedertafel <Kassel>
Singakademie <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1844042012

http://bit.ly/2y8pqBl

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Schneider an Spohr, 05.03.1844. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Schneider an Spohr, 28.04.1846.

[1] Spohr führte den Messias von Georg Friedrich Händel am 05.04.1844 auf (vgl. O[tto] K[raushaar], „Cassel, im April 1844“, in: Allgemeine musikalische Zeitung 46 (1844), Sp. 321-324 und 333-337, hier Sp. 336f.).

[2] Cäcilienverein und Singakademie, vermutlich auch Liedertafel.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (06.11.2017).