Autograf: letzter Nachweis siehe Druck
Druck: Autographen-Auktion 10. Oktober 2003 (= Schmolt Autographen-Auktionen 10), [Krefeld 2003], S. 230 (teilweise)
Faksimile: Ebd., S. 239 (teilweise)

Hochgeehrter Herr Musikdirector,

bevor ich mich erklären kann, ob ich Ihren Empfohlenen1 unter die Zahl meiner Schüler aufnehmen kann, wünschte ich näheres über seine Fähigkeiten und den jetzigen Stand seiner Ausbildung als Geiger zu erfahren. Ich habe in neuester Zeit mehrere junge Leute zugeschickt bekommen, die noch so weit zurück waren, daß ihnen mein Unterricht von keinem größeren Nutzen seyn konnte. [...] Die Schüler, die ich annehme, sollen in der Ausbildung des letztern schon so weit seyn, daß ich sogleich zum Einüben meiner vielen Kompositionen schreiten kann [...] Vor allen Dingen muß aber die Intonation2 des Schülers vollkommen rein seyn.3
[...] dem besten Willenund ausdauernde Fleiße nicht ganz wieder zu beseitigen ist und ich habe erst kürzlich einen Schüler nach 4 wöchentlicher Probe zurückschicken müssen, weil ihm das Ohr für reine Intonation versagt war. Ich bitte daher, daß Sie Ihren Empfohlenen gefälligst prüfen und mir dann melden wollen, ob er den Anforderungen, die ich an einen Schüler machen muß, genüge. - Im Übrigen würde seinem Eintritt zu Ostern nichts entgegen stehen, da bis dahin mehr[ere] meiner jetzigen Schüler abgehen werden.
Ich gebe jedem meiner Schüler 2 Unterrichtsstunden in der Woche, deren jede mit 1Rtlr Preuß[isch] bezahlt wird.
Mit vorzüglicher Hochachtung

Ew. Wohlgeb
ergebenster
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Jacobsen, Johannes
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1843101014

http://bit.ly/2grTMuj

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Marxsen an Spohr. Marxsen beantwortete diesen Brief am 18.04.1844.

[1] Aus Marxens Antwortbrief geht hervor, dass es sich um Johannes Jacobsen handelt.

[2] Im Druck hier wohl fälschlicherweise „Intention”.

[3] Bis hierhin nach dem Druck zitiert; im Folgenden nach dem Faksimile transkribiert.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (17.11.2016).