Autograf: derzeit verschollen
Druck: [Paul Zimmermann], „Louis Spohr und Braunschweig“, in: Braunschweigisches Magazin (1909), S. 109-117, hier S. 112

Cassel den 5ten Sept. 1843.

Meine liebe Rosalie,

Ich war zwar stets meines Versprechens eingedenk, dir einmal etwas für die Harfe zu schreiben, konnte aber, mit Arbeiten überhäuft, bis jetzt nicht dazu kommen. Da nun die nächste Zeit mir auch nur wenig Aussicht läßt, daß ich endlich beginnen werde, da ich noch mehre Lieder, die für die Albums des nächsten Jahrs zugesagt sind, schreiben muß1, so schicke ich dir einstweilen 2 Sonaten von mir, die ohnlängst gestochen sind. Für den Fall, daß Dir diese für jetzt noch zu schwer sind, lege ich noch 3 andere mit Violinbegleitung von Dalvemare bei, die du gewiß bezwingen wirst.
Deinen lieben Eltern und Geschwistern die herzlichsten Grüße von uns

Dein Dich liebender Onkel
Louis Spohr.

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Dalvimare, Martin Pierre : Sonaten, Vl Hf
Spohr, Louis : Sonaten, Vl Hf, op. 113
Spohr, Louis : Sonaten, Vl Hf, op. 114
Spohr, Louis : Sonaten, Vl Hf, op. 115
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1843090500

http://bit.ly/2orh7Ll

Spohr



Der nächste überlieferte Brief dieser Korrespondenz ist Louis Spohr an Rosalie Spohr, 07.10.1849, aus dem sich noch ein derzeit verschollener Brief von Rosalie Spohr an Louis Spohr erschließen lässt.

[1] Infrage kommen hier die Lieder „Gruss“ WoO 110 (erschienen in: Album für Gesang, Bd. 4, hrsg. v. Rudolf Hirsch, Wien 1844) und „Mein Vaterland“ WoO 111 (erschienen in: Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Funfzig neue Kinderlieder, Leipzig 1845). Allerdings datiert Folker Göthel WoO 110 bereits auf den Juni 1843 (Thematisch-bibliographisches Verzeichnis der Werke von Louis Spohr, Tutzing 1981, S. 474), WoO 111 erst auf 1844 (ebd., S. 475). Susan Owen-Leinert und Michael Leinert folgen diesen Datierungen („Vorwort. Einzellieder II“, in: Louis Spohr, Einzellieder II, hrsg. v. Susan Owen-Leinert und Michael Leinert (= Louis Spohr Lied Edition 11), Köln 2009, S. 9-15, hier S. 13f).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (18.04.2017).