Autograf: Biblioteka Jagiellońska Kraków (PL-Kj), Sign. Korrespondencja Schumanna, Bd. 14, Nr. 2423
Druck 1: Wolfgang Boetticher, Robert Schumann. Einführung in Persönlichkeit und Werk. Beiträge zur Erkenntniskritik der Musikgeschichte und Studien am Ausdrucksproblem des 19. Jahrhunderts, Berlin 1941, S. 236 (teilweise)
Druck 2: Julia M. Nauhaus, Musikalische Welten. Clara und Robert Schumanns Verbindungen zu Braunschweig, Sinzig 2010, S. 156f.

Sr. Wohlgeb.
Herrn Dr. Robert Schumann
Redacteur der M. Zeitung
in
Leipzig.

franco.


Cassel den 1sten
December 1842.

Hochgeehrtester Herr,

Durch die gütige Übersendung Ihrer Symphonie haben Sie mir und allen unsern Kunstfreunden eine große Freude bereitet. Ich werde sie im nächsten Abonnement-Concert, (nächsten Mittwoch über 8 Tage,) aufführen und hoffe, daß mit unserm guten Orchester und mit Hülfe von einigen Proben die angedeuteten Schwierigkeiten beseitigt werden sollen. Nach der Aufführung werde ich Ihnen darüber berichten und den Eindruck schildern, den sie auf uns gemacht hat. - Leider habe ich in dem Paquet die Doublirstimmen vermißt und1 muß daher vermuthen, daß Sie selbst deren nicht besitzen. Sie würden mich aber sehr verbinden, wenn Sie die Güte hätten, dieselben in meinem Namen von der Concertdirect[ion] zu erborgen und mit nächster Post zu übersenden.2 Sogleich nach der Aufführung werde ich alles mit dem grösten Dank zurücksenden. Entschuldigen Sie nur, daß ich Ihnen zu Dank für Ihre große Güte noch neue Bemühungen aufbürde!
Nachdem ich aus Ihrem lieben Brief ersehe, welch ein Genuß uns bevorst[and]3, muss ich doppelt bedauern, Sie im vorigen Sommer nicht zu Haus getroffe[n] zu haben. Um so mehr werde ich aber trachten, Leipzig recht bald wieder und zwar auf längere Zeit besuchen zu können.
Mit der Bitte um herzliche Grüße an Ihre Fr. Gemahlin hochachtungsvoll und ergebenst

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Schumann, Robert : Sinfonien, op. 38
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Gewandhausorchester <Leipzig>
Hofkapelle <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1842120111

http://bit.ly/2Q78Jz7

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Schumann an Spohr, 23.11.1842. Der nächste Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Schumann, 20.01.1843.

[1] Hier gestrichen: „da“.

[2] Auch die Gewandhauskonzerte besaßen die Doublierstimmen nicht (vgl. Ferdinand David an Spohr, 30.11.1842).

[3] Ergänzungsvorschlag Nauhaus.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (01.11.2018).