Autograf: Familienarchiv Dr. Eberhard Firnhaber

Cassel den 23sten
November 1842.

Geehrter Freund,

Die liebe Weihnachtszeit naht heran und mit ihr die Aussicht, Sie einmal wieder in unserer Mitte zu sehen! Daß diese zur Wirklichkeit werde, darum bitten wir recht inständig, so wie sonst Sie ein Stübchen in unserem Hause bewohnen wollen. Was wir von Musikgenüssen biethen können, soll vorbereitet werden, vorzugsweis alles das, was seit Ihrem Abgange von hier neu entstanden ist. Unter diesem ist dann auch einiges, was [durch den] Vortrag erst die rechte Wei[he erhal]ten wird. Auch freue ich [mich dar]auf, mit Ihnen einmal wieder [et]was uns gemeinschaftlich inte[ressirendes] besprechen zu können, sey es Politik, sey es Kunst oder anderes. Aber lassen Sie sich in Ihrem Vorsatz nun durch nichts wankend machen, und räumen Sie jedes Hindernis, was Ihrer Reise hierher entgegentreten könnte, muthig aus dem Wege.
In dieser festen Voraussetzung will ich dann auch alles, was ich noch zu schreiben hätte, für unsere mündliche Unterredung aufsparen.
Herzliche Grüße von meiner Frau.
Mit wahrer Freundschaft stets ganz

der Ihrige
Louis Spohr

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1842112318

http://bit.ly/2Q8DFij

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Firnhaber an Spohr, 25.10.1842. Firnhaber beantwortete diesen Brief am 15.12.1842.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (27.09.2018).