Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287[Rinald,W.:1

Hochwohlgeborner,
Hochverehrtester Herr Kapellmeister!

Vor Allem bitte ich recht sehr um Entschuldigung, wenn ich schon wieder das so oft erfahren Wohlwollen beanspruche, um mein Vortrag immer in Klagetönen bestehet; aber wo sollte deren vollkommene Auflösung erwartet werden dürfen, als da, wo jederzeit der bittere Schmerz in eine Freude umgewandelt werden kann.
Das beifolgende Schreiben1, auf das sich meine Bitte begründet, wird mehr als ich zu sagen im Stande sein – Sie erinnern Sich vielleicht der jungen Leute, von deren früherer Lage sie unterrichtet sind, des jungen Flöten-Virtuosen Heindl und der Schwester, der Klavierspielerin, diese ist die Schreiberin des Briefes, dessen Inhalt so ergreifend ist. -
Von Ihrer Güte wünsche ich zu vernehmen auf welche Weise ein Beistand wird geleistet werden können, die Gesammtheit kann nicht wohl wieder in Anspruch genommen werden, ich habe geglaubt ob nicht die Mitglieder des Cecilienvereins einer Aufforderung gern Folge leisten würden? -
Das Schicksal der armen Familie, das so lebhaft vor uns stehet wird den entschuldigen, der in unbegrenzter Verehrung verbleibt

Ew. Hochwohlgeboren
stets dankbar gehorsamer
Wolff Rinald

Cassel d 9 August 1842.

Erwähnte Personen: Heindl, Eduard
Schwemer, Bettina
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Cäcilienverein <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1842080948

http://bit.ly/2NOPuKj

Spohr



[1] Dieser Brief von Bettina Heindl, später verheiratete Schwemer, an Wolff ist derzeit verschollen.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (13.07.2018).