Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. Mus.ep. Spohr-Correspondenz 2,211

Sr Wohlgeborn Herrn Hofkapellmeister Dr L. Spohr in Cassel.

Verehrtester Gönner und Freund!

Indem ich mir hiemit erlaube, Ihnen die bis jetzt erschienenen zwei Hefte der von mir herauszugebenden Deutschen Liederhalle zu überreichen, bezwecke ich zugleich damit, auch Sie um Ihre gütige Mitwirkung, welche bereits von mehreren Seiten freundlichst zugesichert wurde, durch Einsendung von Liedern Ihrer Composition zu ersuchen.1
Welcher Art und Ordnung sich dieselben für unsern Zweck eignen, werden Ihnen die vorliegenden Hefte und das auf dem Umschlage derselben abgedruckte Prospektus am besten andeuten; vielleicht dahie Passendes in Ihrem Portefeuille schon bereit oder es lassen sich etwa einzelne Stücke aus Ihren größeren Compositionen hierzu verwenden. Wollten Sie mich sowohl damit, als auch vielleicht durch künftige Compositionen erfreuen, so ersuche ich Sie um Einsendung derselben auf Buchhändlerwege durch Beischluß des Herrn Karl Göpel in Stuttgart nebst Bemerkung Ihrer allenfalsigen Honorar-Bedingungen.
Indem ich die Bitte wiederhole, daß Sie uns schätzbare Beiträge Ihrer Composition, welche jedenfalls eine Zierde der Deutschen Liederhalle seyn werden, nicht versagen möchten, versichere ich Sie meiner besonderen Hochachtung und verbleibe mit aller Freundschaft

Ihr
ganz ergebener Th. Taeglichsbeck

Hechingen, am 21ten December 1841.

Meine Oper soll in Carlsruhe baldmöglichst zur Aufführung kommen.
Ihrer lieben Frau viel Schönes von mir und meiner Frau und Ihren lieben ein glückliches neues Jahr!

Erwähnte Personen: Göpel, Karl
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Lieder, Sgst Kl, WoO 106
Täglichsbeck, Thomas : König Enzio
Erwähnte Orte: Karlsruhe
Erwähnte Institutionen: Göpel <Stuttgart>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1841122143

http://bit.ly/1OlySTd

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Täglichsbeck an Spohr, 18.09.1841. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Täglichsbeck an Spohr, 07.05.1842, aus dem sich noch ein derzeit verschollener Brief von Spohr an Täglichsbeck erschließen lässt.

[1] Spohrs „Wolle keiner mich fragen”, WoO 106 erschien nicht in der Deutschen Liederhalle, sondern im ebenfalls von Täglichsbeck bei Göpel herausgegebenen Orpheon. Album für Gesang und Pianoforte in Original-Compositionen der berühmteten deutschen Tonsetzer, Stuttgart [1842], S. 6ff.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (09.05.2016).