Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Copenhagen, den 22sten Julii
1841.

Wohlgeborener, Hochgeehrtester
Herr Kapellmeister!

Durch den Überbringer dieses, Herrn Rüdinger1, erlaube ich mir, Ihnen ein Exemplar meiner ersten Oper „Der Rabe“, zu übersenden. Hoch würde ich mich beehrt fühlen, wenn Sie mir Ihre aufrichtige Meinung darüber mittheilen wollten, und ich habe nur beizufügen, daß die Oper eine im 24sten Jahre geschriebene Jugendarbeit ist, die jetzt erst im Clavierauszug erscheint. Manches darin würde ich gewiß jetzt anders machen; aber mehr Liebe und Wärme, als damals, würde ich nicht darauf verwenden können. Sollten Sie die Musik dazu würdig finden, darf ich vielleicht hoffen, daß Sie sich für die Verbreitung derselben gütigst interessieren werden, und in diesem Falle steht die Partitur, ganz oder theilweise, bei mir zu Gebothe.
Mit der Bitte um Ihr wohlwollgendes Andenken, zeichne ich, mit verehrender Hochachtung

Ew. Wohlgeb. ergebenster
J.P.E.Hartmann

Erwähnte Personen: Rüdinger, Fritz Peter Heinrich
Erwähnte Kompositionen: Hartmann, Johan Peter Emilius : Ravnen
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1841072243

http://bit.ly/2h9viqY

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Hartmann an Spohr, 13.07.1838. Spohr beantwortete diesen Brief am 13.11.1841.

[1] Die Identifikation mit dem dänischen Musiker Fritz Peter Heinrich Rüdinger ist derzeit spekulativ. Da Hartmann den Überbringer namentlich vorstellt, dürfte es sich nicht um den Kasseler Violinisten und Theatersekretär Christian Rüdinger handeln. Irritierend ist freilich, dass Hartmann nichts zur Person des Überbringers sagt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (03.11.2017).