Marianne Spohr, Tagebuch von der Reise nach Gandersheim, Lübeck, Hamburg, Braunschweig. Juli 1840
Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 2.1.09

Mittwoch d. 15ten

Nachdem H. Doct. Molter uns Morgens sämmtlich reisefertig befunden, u. dann den letzten gerührten Abschied genommen, – führen wir um 10 Uhr v. d. lieben, freundlichen, treuen Lübeck mit sehr traurigen Gefühlen weg, u. ich konnte meine Gedanken noch lange nicht v. d. eben verlebten seligen Tagen ab, u. der Zukunft zuwenden!
Um 1 kamen wir nach Oldesloe, wo wir gut frühstückten, u. bis ¾ 2 blieben. Dann eine Station v. 6 Meil. mit 3 Pferden, wo 2 mal ½ St. lang zum Füttern angehalten wurde. An d. erst. Ort      1, tranken wir guten Kaffee, u. kamen auf theils sandigen, theils steinigen Wegen, um 8 in dem großen glänzenden Hamburg an, wo wir b. Musikverleger Schubert in d. gr. Reichsmesse auf dessen dringende Einladung abstiegen. Wir fanden in ihm einen jungen munteren Mann, der uns seine sehr angenehme Frau präsentirte, u. dann gleich 2 sehr nette Zimmer für uns, u. ein kleines für f. Line2, z. Wohnung anweis. Leider fühlte sich Spohr recht unwohl, was mich ängstigte. Merkwürdiger Weise wurde für uns 3 in unserm Zimmer gedekt, u. wir sahen unsere Wirthe nicht wieder.

Autor(en): Spohr, Marianne
Adressat(en):
Erwähnte Personen: Molter, Friedrich Christian
Pfeiffer, Caroline
Schuberth, Bertha
Schuberth, Julius
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Hamburg
Lübeck
Oldesloe
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1840071590

http://bit.ly/3nBPspE

Spohr



Der letzte erhaltene Tagebucheintrag ist 14.07.1840. Der nächste erhaltene Tagebucheintrag ist 16.07.1840.

[1] Hier im Autograf eine Textlücke, in die Marianne Spohr vermutlich später den Namen nachtragen wollte.

[2] Caroline Pfeiffer.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.01.2021).