Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287[Derska:4


Geehrter Herr
Kapellmeister!

Ich ersuche Sie höflichst, für die Zukunft, mir die oft besprochenen hohen Parthien, wie die Puritaner und a., wie auch die Arie in der nächsten Oper Guido u Ginevra um einen Ton tiefer singen zu lassen; indem es mir unmöglich ist selbe in verrückten Original zu singen. Ich bitte nochmals meinen Gesuch zu berücksichtigen; denn ich müßte unfehlbar auf den Gedanken dazu kommen – daß Sie mit Willen meine Stimme ruiniren wollen, was ich bis jetzt, von Ihrer Biederkeit nicht glauben kann –?
Ich trage Ihnen meine Bitte deshalb schriftlich vor bester Herr Capellmeister! um mich in der Probe k e i n e r Unannehmlichkeit auszusetzen – denn in dem Fall müßte ich mich leider genöthigt sehen mir wo anders Rath zu holen!! –
In der Hoffnung, der Gewährung meiner Bitte entgegen sehen zu können, zeichne ich mich1

als Ihr ergebener
Johann Derska.

Autor(en): Derska, Johann Joseph
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Bellini, Vincenzo : I Puritani
Halévy, Jacques Fromental : Guido et Ginevra
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1840071543

http://bit.ly/3dIbDpp

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Derska an Spohr, 03.06.1836. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Derska an Spohr, 30.12.1845.
Das Datum dieses Briefs folgt aus der Angabe „in der nächsten Oper Guido u Ginevra“. Da Halevys Oper ihre Kasseler Erstaufführung am 20.08.1840 hatte (Wilfried Brennecke, „Kasseler Theaterleben in den Jahren von 1785 bis 1813“, in: Christiane Engelbrecht u.a., Theater in Kassel. Aus der Geschichte des Staatstheaters Kassel von den Anfängen bis zur Gegenwart, Kassel 1959, S. 75), dürfte dieser Brief noch zur Zeit der Einrichtung des Aufführungsmaterials, also vielleicht im Juli entstanden sein.

[1] Hier gestrichen: „ergebenst“.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (30.03.2020).