Autograf: Spohr Museum Kassel, Sign. Sp. ep. 1.2 <18400624>

Breslau d. 24t. Juni
1840

Hochgeehrtester Herr und Freund!

Meine letzten Zeilen nebst den beiden Briefen aus England, von Taylor etc. werden Sie wohl durch Herrn Landowsky erhalten haben. Von den Ihnen zu Theil gewordenen Ehrenbezeugungen in Frankfurt1 und Köln2 haben wir gelesen über das Fest in Aachen selbst aber nur sehr wenig, vielleicht melden Sie mir recht bald etwas Näheres. Schön sendet Ihnen hierbei seine Polacca, ich hoffe Sie werden manches Hübsche darin finden, Schön ist auch in der Erlernung des Satzes sehr fleißig gewesen, könnte nicht vielleicht Wiele das Stück einmal in Kassel spielen? Schön hat hier recht viel Glück damit gemacht und wünscht dieses opus herauszugeben, ein paar Worte der Empfehlung, die Sie ihm vielleicht gütigst aus ein Blatt schreiben (NB wenn Sie die Polacca empfehlenswerth halten) werden ihren Zweck nicht verfehlen. Ich arbeite über einem Rheinisch-Westphälischen Choralbuch mit Vor- und Zwischenspielen, sonst wüßte ich nichts Neues. NB. Hat Sie nicht der Tod unseres geliebten Königs mit großer Trauer erfüllt? Ich kenne doch Ihre große Verehrung für Preußen!!!
Empfehlen Sie mich den lieben Ihrigen und sonstigen verehrten Bekannten und Freunden bestens. Einer recht baldigen Nachricht entgegensehend

Ihr ergebener
Freund und Verehrer
A. Hesse

Ihr schönes Duo in e Dur habe ich erhalten und werde mit Schön daran gehen. Das Spanische Rondo und die anderen Duetten haben wir hier unzähliche Male gespielt.



Dieser Brief folgt auf einen derzeit verschollenen Brief von Hesse an Spohr. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Hesse an Spohr, 18.09.1840.

[1] Vgl. „Frankfurt, 4. Juni”, in: Bayreuther Zeitung (1840), S. 554

[2] Vgl. „Köln, 3. Juni”, in: Schweizer-Bote 37 (1840), S. 281.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (24.04.2015).