Autograf: nicht ermittelt
Druck?: Louis Spohr’s Selbstbiographie, Bd. 2, Kassel und Göttingen 1861, S. 234f. (teilweise)

[Die Berichte, die ich über die Aufführung der Symphonie in London von allen Seiten erhalten, lassen mich hoffen, daß ich die frühesten Perioden (wozu ich förmliche Vorstudien gemacht hatte), so wie die beiden mittleren gut characterisirt habe, nur über die neueste war man dort getheilter Meinung. Einige glaubten zu erkennen, daß ich in diesem vierten Satz die allerneueste Schule (dort spottweise die metallne1 genannt) habe persifliren wollen, Andere aber, Freunde dieser Schule, fanden, daß dieser Satz klar darthun solle, daß die allerneueste Musik in ihrer Wirkung doch alles Frühere übertreffe. Da diese Widersprüche die allerneueste Musik am besten charakterisiren, so kann ich auch mit der Wirkung dieses letzten Satzes wohl zufrieden sein.]

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Lueder, Christian Friedrich
Erwähnte Personen: Meyerbeer, Giacomo
Müller, Carl (Müller-Quartett 1)
Müller, Georg
Müller, Gustav
Müller, Theodor
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Historische Sinfonie, op. 116
Erwähnte Orte: Kassel
London
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1840050205

http://bit.ly/2XXYF1a

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Lueder an Spohr, 26.04.1840.
Existenz, Datum und Inhalt dieses Briefs folgen aus Lueders Antwortbrief vom 06.05.1840. Demnach erklärt Spohr die Darstellung für falsch, Giacomo Meyerbeer habe ihn auf dem Weg nach Braunschweig nicht besucht, weil er nachts durch Kassel gereist sei; stattdessen sei Meyerbeer schon nachmittags in Kassel eingetroffen (in seinem Tagebuch vermerkte Meyerbeer am 29.03.1840: „Sonntag um 12 Uhr Mittags kam ich in Cassel an. […] Ich reisete denselben Abend noch bis Münden 2 ½ M. von Cassel“ (in: Giacomo Meyerbeer, Briefwechsel und Tagebücher, Bd. 3, hrsg. v. Heinz Becker und Gudrun Becker, Berlin 1975, S. 245)).
Dem Brief Lueder an Spohr, 10.05.1840 zufolge, lehnt Spohr das Ansuchen der Brüder Müller ab, die mit ihm zusammen beim Musikfest in Aachen eins seiner Doppelquartette aufführen wollen. Dem Antwortbrief zufolge lädt Spohr Lueder ein, ihn während des Kassel-Aufenthalts der Brüder Müller ebenfalls zu besuchen.
Die Zuordnung des oben wiedergegebenen Texts, dessen Adressaten der Druck nur als „musikalischen Freund“ angibt, zu diesem Brief ist spekulativ und stützt sich lediglich darauf, dass die Selbstbiographie ansonsten vorrangig aus den Korrespondenzen mit Adolph Hesse, Wilhelm Speyer und Moritz Hauptmann zitiert.

[1] Vgl. Edward Taylor an Spohr, 21.02.1840.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.01.2021).