Autograf: Spohr Museum Kassel, Sign. Sp. ep. 1.2 <18391004>

Breslau den 4ten October 1839

Hochgeehrtester Freund!

Mit vielem Vergnügen nehme ich die Feder zur Hand um Ihnen zu melden, wie sehr ich mich über das Furore, welches Sie der Staatszeitung und der unsrigen zu Folge durch Ihre Kompositionen wie durch Ihr Spiel in England gemacht haben, gefreut habe, über das letztere um so mehr, da viele glauben, weil Sie keine Konzerte mehr für Ihre Rechnung geben, Sie Ihr Instrument nicht mehr so kultiviren, wogegen ich gerade gefunden habe, daß Sie in letzterer Zeit womöglich noch vollendeter spielen wie früher. Nun bitte ich Sie dringend, mir recht bald vom Musikfest1 zu erzählen, da die Zeitungsnachrichten doch nur das Allgemeine berichten, und außer Ihrem Oratorium keine Pièce namhaft gemacht ist. Hier bei uns ist gar nichts passirt. Eine neue Sinfonie in c moll habe ich eben vollendet, wenn es möglich wäre, sie im Abonnementskonzert bei Ihnen aufzuführen, so würde ich sie Ihnen zusenden, ich bitte deshalb um Ihre gütige Bestimmung. Ihre neue Sinfonie ist noch immer nicht erschienen, was uns hier sehr unangnehm ist. Mein Brief fällt diesmal sehr kurz aus, weil ich in der That gar nichts zu berichten weiß.
Herzliche Grüße an die lieben Ihrigen und sonstige Bekannte.

Hochachtungsvoll

Ihr ergebenster Verehrer
Adolph Hesse

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Hesse, Adolph : Sinfonien, op. 64
Spohr, Louis : Des Heilands letzte Stunden
Spohr, Louis : Sinfonien, op. 102
Erwähnte Orte: Norwich
Erwähnte Institutionen: Norfolk and Norwich Triennial Festival
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1839100431

http://bit.ly/1qbgQ00

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Hesse, 15.04.1839. Spohr beantwortete diesen Brief am 16.10.1839.

[1] Musikfest in Norwich.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach 23.04.2015).