Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287
Inhaltsangabe: Folker Göthel, Thematisch-bibliographisches Verzeichnis der Werke von Louis Spohr, Tutzing 1981, S. 188

Wien, d. 20 April 1839.

Ew. Wohlgeboren

wollen entschuldigen, daß ich mir die Freiheit nehme, mit Gegenwärtigen zu belästigen, doch in neuester Zeit eifrig streben möchte, die größten Künstler in meinem Verlage zu vereinen, wäre es mir doppelt erwünscht und erfreulich, auch Ew. Wohlgeboren geschätzte Compositionen wieder zu erlangen. Die größten Künstler als die Herren Thalberg, Henselt, Chopin, Liszt, Schumann1, Fräulein Clara Wieck2, Professor Merk, etc. hatten bereits die Güte, theils eine Ihrer Compositionen gefälligst zu überlassen, theils mir ihre schriftlichen Zusicherungen zu behändigen. Bei einem so schönen Künstler-Verein darf ich mir wohl schmeicheln, daß Ew. Wohlgeboren gütige Mitwirkung mir nicht versagen werden. Ew. Wohlgeboren Bedingungen bin ich, gleich allen auswärtigen Handlungen zu erfüllen mit Vergnügen bereit und werde es mir durch sehr schöne, elegante und correcte Auflage gewiß angelegentlich sein lassen, Ew. Wohlgeboren Wünschen gewiß in jeder Hinsicht vollkommen zu entsprechen.
Erfreuen Sie mich und Ihre zahlreichen Verehrer in Wien recht bald mit Ihren geschätzten Compositionen und in Erwartung Ihrer gütigen Antwort Ew. Wohlgeboren mit besonderer Hochachtung

ergebenster
Pietro Mechetti qm3 Carlo
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Autor(en): Mechetti
Mechetti, Pietro
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Chopin, Frédéric
Henselt, Adolph
Liszt, Franz
Merk, Joseph
Schumann, Clara
Schumann, Robert
Thalberg, Sigismund
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1839042056

http://bit.ly/2TWOLyx

Spohr



Spohrs Antwortbrief ist derzeit verschollen.

[1] Zum Verhältnis zwischen Mechetti und Robert Schumann vgl. Michael Heinemann, Einführung zu „Robert Schumann im Briefwechsel mit dem Verlag Mechetti in Wien 1835 bis 1847“, in: Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Verlagen im Ausland 1832 bis 1853, hrsg. v. Michael Heinemann und Thomas Synofzik (= Schumann Briefedition III,8), S. 273-311, hier S. 275ff. – Offensichtlich lief auch der Kontakt von Adolph Henselt zunächst über Schumann (vgl. Schumann an Mechetti, 18.06.1839, in: ebd., S. 287).

[2] Später verh. Schumann.

[3] Abk. f. „quondam“ = hier „vormals“.

[4] Bei dem Zeichen „./.“ handelt es sich um einen freimaurerischen Zusatz zur Unterschrift (Philippe A. Autexier, Lyra Latomorum. Das erste Freimaurerliederbuch. Masonica über Haydn Mozart Spohr Liszt, pdf-Version nach dem Typoskript im Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth, S. 340 und 348).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (13.07.2021).