Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 2° Ms. mus. 1500[Sp. 75,36

Sr. Wohlgeb
Herrn Wilhelm Happ
Musikus
in
Meiningen

franco.


Cassel den 28sten Februar
1839.

Wohlgeborener Herr,

Das Scheiden meines alten Freundes ist mir recht schmerzlich gewesen; doch muß ihm die Sterbestunde leicht geworden seyn, da er den Gewerk(?) des Lebens auf höchst edle Weise erfüllt hat. Ehre seinem Andenken!1
Es eröffnet sich mir die Aussicht zu einer Anstellung für Sie, bey einer neu eingerichteten Musikschule in Prag als Violin-Lehrer und Solo-Spieler bey den Concerten dieses Instituts. Ich habe jetzt nach Prag geschrieben2, um das Nähere zu erfahren und werde es Ihnen nach dem Empfang sogleich mittheilen. Unterdessen wüßte ich gern, wie alt Sie sind, ob Sie schon in Meiningen3 öffentlich gespielt haben und ob schon von Ihren Kompositionen dort aufgeführt worden sind? Am liebsten wäre es mir, wenn Herr Kapellmeister Grund mir über Ihre Leistungen brieflich berichtete. Bitten Sie ihn doch darum. Ihre Tante bitte ich meine herzlichen Beileidsbekundungen zu machen.
Hochachtungsvoll

der Ihrige
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Bärwolf, Johann Christian Wilhelm
Grund, Eduard
Kinderfreund, Carl Joseph
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Meiningen
Prag
Erwähnte Institutionen: Musikschule Kinderfreund <Prag>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1839022810

http://bit.ly/2djJJEn

Spohr



[1] Vgl. G., „Bärwolf”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 41 (1839), Sp. 775ff.

[2] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

[3] Hier gestrichen: „gespielt”.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (01.10.2016).