Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Hochwohlgeborner
Hochzuverehrender Herr Capellmeister
Verehrter Freund!

Die Frau Musikdirektor Girschner aus Berlin, welche ihre liebenswürdige Tochter Rosalie, eine brave Pianistin, auf einer musikalischen Kunstreise begleitet, hatmich gebten, die junge, talentvolle Künstlerin Ihrer Protection zu empfehlen.1 Diesem Wunsch genüge ich um so lieber als ich dadurch Veranlaßung erhalte, mich in Ihr Andenken zurückzurufen, diesem mich für die Zukunft zu empfehlen und – Ihnen meine innigste leider aber trauernde Theilnahme an dem unersetzlichen Verlust und nahmenlosen Schmerz zu bezeigen, von welchem Ihr Vaterherz in dem verfloßenen Jahre betroffen worden ist2 – vernarben zwar aber nicht heilen kann die Zeit dergleichen Wunden, sie bluten im Innern fort, solange das liebende Herz schlägt. - - -
Möge das neue Jahr Ihnen einigen Ersatz für die Tücken des verfloßenen gewähren, möge es Ihnen und Ihrer lieben Familie neben Gesundheit alles Gute, was dem unvollkommenen Erdenleben Reiz gewähren kann zu Theil werden laßen und möge die göttliche Tonkunst noch viele Jahre in Ihnen das würdigste Organ ihrer den Verstand und das Herz ansprechenden Dichtungen besitzen. Jede mir über die Erfüllung dieser Wünsche zukommende Nachricht wird beglücken
Ew. Hochwohlgebohren

ganz ergebenster Diener und
Freund
Türpen

Erfurt
den 12ten Januar 1839.

Erwähnte Personen: Girschner (Frau)
Girschner, Rosalie
Spohr, Therese
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1839011247

http://bit.ly/2JHcZ5o

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Türpen an Spohr, 24.11.1833.

[1] Vgl. Spohr an Nicolaus Beck, 22.02.1839.

[2] Spohrs Tochter Therese starb am 03.06.1838.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (13.06.2018).