Autograf: Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel (D-W), Sign. Briefsammlung Viehweg 1539

Herrn
Franz Fesca
Wohlgeb
in
Magdeburg.

franco.


Cassel den 14ten
November 1838.

Wohlgeborner,
Hochgeehrter Herr,

Bey Empfang Ihres geehrten Schreibens hatte ich eben einen Bericht über die Wiederbesetzung einer in unsrer Kapelle erledigten Stelle bey der ersten Violine, zu machen und konnte daher Ihren Empfohlenen sogleich mit auf die Liste der Bewerber setzen.1 Obgleich ihn ihm aber das vortheilhafteste Zeugniß geben konnte, da mir, außer Ihrer Empfehlung, schon viel Günstiges über seine Leistungen zu Ohren gekommen war, so hat der Prinz-Regent doch nicht auf ihn reflectirt, sondern den Einheimischen2 unter den Bewerbern gewählt. Die Entscheidung verzögerte sich bis vor ein Paar Tagen; deshalb konnte ich Ihnen nicht früher antworten.
Sollte sich nun zur Empfehlung des Herrn Köchy zu einer Stelle außerhalb Cassel eine Gelegenheit darbiethen, so werde ich nicht verfehlen sie zu ergreifen und Ihnen oder Herrn K. sogleich Nachricht geben.
Mit vorzüglicher Hochachtung

Ew. Wohlgeb
ergebenster
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Friedrich Wilhelm Hessen-Kassel, Kurfürst
Köchy, Wilhelm
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1838111419

http://bit.ly/2fzUNjE

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Fesca an Spohr.

[1] Vgl. „Der Violinspieler Köchy”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 41 (1839), Sp. 26f., hier Sp. 27.

[2] Noch nicht ermittelt.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (03.11.2016).