Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 1.3 <Spohr, Friedrich 18380829>
Druck: Karl Traugott Goldbach, „Louis Spohr und der Kinnhalter“, in: Musikforschung 68 (2015), S. 123-135, hier S. 125 (teilweise)

Sr. Wohlgeb
Herrn Friedrich Spohr
Artillerist
in
Braunschweig

franco.


Cassel den 29sten
August 1838.

Geehrter Herr Vetter,

Der hiesige Instrumentenmacher ist nicht im Stande den verlangten Geigenhalter1 zu verfertigen ohne die Geige zu haben, für welche er bestimmt ist, da er an diese auf das genaueste angepaßt und befestigt werden muß. Sollte daher der Geigenhalter nicht in Braunschweig gemacht werden können, so müßte sich Herr Hohnstock2 entschließen die Geige hieher zu schicken. Binnen höchstens 8 Tagen würde er sie zurückerhalten. Der Instrumentenmacher heißt: Schonger und wohnt in der Königsstraße im Bachfeld’schen Hause. Er ist sehr geschickt und man kann ihm unbedenklich jedes Instrument anvertrauen.
Das bezeichnete Lied eignet sich recht gut zur Komposition und ich werde mich daran versuchen.3
Unter Empfehlungen an Ihren Herrn Vater, hochachtungsvoll

Ihr
ergebenster
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Hohnstock, Heinrich
Schonger, Joseph
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1838082900

http://bit.ly/2gG3OrZ

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Friedrich Spohr an Louis Spohr.

[1] Vgl. Louis Spohr, Violinschule, Wien [1833], S. 8.

[2] Vielleicht der Stabshornist Heinrich Hohnstock.

[3] Louis Spohr vertonte zwei Texte von Friedrich Spohr: „An die Sterne” für vierstimmigen Chor, op. 120.4 (gedruckt 1842) und „Jagdlied” für Bariton, Violine und Klavier op. 154.2 (komponiert 1856).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (22.11.2016).