Autograf: Spohr Museum Kassel, Sign. Sp. ep. 1.1 <18380518>

Sr. Wohlgeb.
dem Herrn Oberorganist
Adolph Hesse

franco Breslau


Cassel den 18ten
Mai 1838

Geehrter Herr und Freund,

Unsere Abreise von hier nach Carlsbad wird den 15ten oder 16ten Juni stattfinden und da wir über Leipzig reisen und dort einen Tag verweilen, so werden wir ohngefähr den 21ten oder 22ten eintreffen.
Unser Aufenthalt in Calsbad wird volle 4 Wochen dauern, da ich die Kur, um mit einem Male abzukommen, gründlich gebrauchen will. Wir freuen uns sehr auf das zusammentreffen mit Ihnen und machen schon allerley Plane für die Zeit Ihres dortseyns. Musizirt muß wirklich werden! Die Geige, Sonaten p.p. und allerley neue Lieder werden mitgenommen und ein brauchbares Pianoforte werde ich gleich nach unserer Ankunft auffinden und für die Zeit unseres Aufenthalts miethen.
Da die Kleinwächter‘sche Familie auch die Absicht hat auf einige Tage nach Carlsbad zu kommen und sich gewiß sehr freuen wird mit Ihnen zusammen zu treffen, so sollten Sie ihnen doch die Zeit Ihrer Ankunft in Carlsbad melden.
Von musikalischen Neuigkeiten von hier schreibe ich Ihnen jetzt nichts, weil ich Ihnen das alles weitläufiger auf unseren Spaziergängen mündlich mittheilen will.1

Herzliche Grüße von den Meinigen. Mit wahrer Freundschaft ganz
der Ihrige

Louis Spohr

Erwähnte Personen: Kleinwächter (Familie)
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Karlsbad
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1838051801

http://bit.ly/1FKGBEZ

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Hesse an Spohr, 11.05.1838. Der nächste Brief dieser Korrespondenz ist Hesse an Spohr, 22.08.1838.

[1] Spohr hatte unter anderem eine Ouvertüre des im Brief erwähnten Louis Kleinwächter aufgeführt (vgl. L., „Kassel”, in: Allgemeine musikalische Zeitung 40 (1838), Sp. 593ff. und 611-614). 

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (15.04.2015).