Autograf: Beethoven-Haus Bonn (D-BNba), Sign. NE 241,45

Cassel den 10ten
Januar 1838.

Wohlgeborner Herr,

Beykommend erhalten Sie die Partitur der Hymne zurück. Von falschen Noten habe ich nur eine einzige gefunden, aber Bindungen und Versetzungszeichen fehlen noch viele, die nach den Correkturen auf den Platten nachzutragen sind.
Für die gütige Übersendung des Wechsels auf Bezug von 100 Rth., womit das Honorar für die Hymne getilgt ist, danke ich ergebenst.
Für die Einsendung des 3ten Duetts für Piano und Violine1 werde ich Ihre Zeitbestimmung abwarten.
Was die Duetten für 2 Singstimmen betrifft, so werde ich mich um passende Texte bemühen und wenn ich solche auffinde, mich in dieser Kompositionsgattung einmal versuchen.
Meine Partitur der „letzten Dinge“ habe ich zwar noch nicht aus Hanau zurück erhalten, hoffe sie aber in diesen Tagen zu bekommen und werde dann gleich eine Abschrift für Sie machen lassen.
Ihre Wünsche für das neue Jahr auf das freundlichste erwiedernd, hochachtungsvoll stets

Ihr
ergebener
Louis Spohr2

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Duos, Vl Kl, op. 112
Spohr, Louis : Gott du bist groß
Spohr, Louis : Lieder, Sopr 1 2 Kl, op. 108
Spohr, Louis : Lieder, Sopr Ten Kl, op. 107
Erwähnte Orte: Hanau
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1838011021

http://bit.ly/1ntkNvU

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf den verschollenen Brief Simrock an Spohr, 28.12.1837. Der nächste überlieferte Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Simrock, 22.02.1838.

[1] In den vorausgegangenen Briefen an Simrock spricht Spohr in Bezug auf op. 112 immer vom zweiten Duo, da er sich nur auf die für Simrock zur Verfügung stehenden Werke konzentriert und daher das bereits 1837 bei Breitkopf & Härtel erschienene op. 95 nicht mitzählte. Hier scheint er sich auf die Gesamtzahl der 1836/37 komponierten Duette für Violine und Klavier (op. 95, 96 und 112) zu beziehen; möglicherweise weil er schon die Hoffnung aufgegeben hatte, dass das Werk noch bei Simrock verlegt würde. Tatsächlich erschien es 1840 bei Paul in Dresden.

[2] Auf dem Brief finder sich außerdem noch der folgende Vermerk des Empfängers: „N° 72. / Cassel d. 10./15 Jan: 1838. / Spohr / Beantw. d. / 11 3/4 Sgr:".

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (09.12.2015).