Autograf: Beethoven-Haus Bonn (D-BNba), Sign. HCB Br 366
Druck: Ferdinand Ries, Briefe und Dokumente, hrsg. v. Cecil Hill (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 27), Bonn 1982, S. 770

Frankfurt a/m 23 Sept 1837

Mein liebster Freund!

Im Uberbringer dieses stelle ich Ihnen einen jungen, angehenden Künstler, H. Walbrül, aus Bonn vor, der mir eben einen Brief von meinem Vater1 bringt mit der dringenden Bitte, ihn Ihnen doch bestens zu empfehlen. Es ist ein junger, fleißiger und moralischer Mensch, dessen Hoffnung einzig auf Ihnen beruht, und dessen brave Aeltern alles aufgeboten haben, damit er ein Jahr unter Ihrer Leitung studieren kann; was er hat, wird er Ihnen mit Freuden anbiethen, nur ist die Frage, ob Sie es können und wollen? Ich hoffe, daß es geht, indem mein Vater alles mögliche Gute von ihm sagt und es auch so sehr wünscht. H. Walbrül ist in Bonn allgemein wegen seinem Fleiß und ausgezeichnetem Betragen, wie auch besonders gegen seine Aeltern sehr geschätzt. Mehr darf ich Ihnen wohl nicht sagen.
Ich hoffe, sie haben die Partitur und Stimmen zu Paulus, die ich gleich wegschickte, richtig erhalten. Leben Sie wohl und erhalten Ihre Freundschaft

Ihrem ergebenen
Ferd. Ries

P.S. Lassen Sie mir doch, lieber Freund, den neuen Titel Direktor des C-Vereins weg.2

Erwähnte Personen: Ries, Franz Anton
Walbrül, Johann
Erwähnte Kompositionen: Mendelssohn Bartholdy, Felix : Paulus
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1837092343

http://bit.ly/2Ks93KH

Spohr



Dieser Brief folgt auf Ries an Spohr, 18.09.1837 und ist der späteste derzeit bekannte Brief dieser Korrespondenz. Ries starb am 13.01.1838.

[1] Franz Anton Ries.

[2] Cäcilienverein (vgl. Adresse zu Spohr an Ries, 14.09.1837).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (11.04.2019).