Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 2° Ms. mus. 1500[Sp. 75,34
[Beleg 1: A Collection of Choice Manuscripts, Incunables, Books of Hours, Maps Music Autographs, Woodcut Books. In commemoration of the 50th anniversary of Ludwig Rosenthal‘s Antiquarian Book store (= Katalog Rosenthal 130), München 1909, S. 42]
Beleg 2: Handschriften & Miniaturen aus Europa, Asien und Afrika VIII.-XIX. Jahrhundert (= Katalog Rosenthal 155), München o.J., S. 68
Beleg 3: Josef Viktor Widmann und kostbare Musik-Autographen und -Manuscripte, z.T. aus den Nachlässen von Felix Mottl und A.W. Gottschalg (= Katalog Liepmannssohn 41), Berlin 1913, S. 124

Herren
Breitkopf & Härtel
in
Leipzig.

franco.1


Cassel den 1sten
December 1836

Wohlgeborne Herren,

Von ungewöhnlich vielen Geschäften gedrängt und in den wenigen Freistunden mit einer neuen Arbeit beschäftigt, habe ich bisher versäumt Ihr geehrtes vom 13ten September zu beantworten. Unterdessen habe ich nun auch die neuen 200 Abdrucke des Oratoriums richtig erhalten, so wie die Berechnung der Kosten für dieselben. Den Betrag werde ich Ihnen nach Abzug meines Guthabens von 24 Rth. 20 sgr. binnen kurzem dort anweisen können.
Ihr geehrtes Schreiben vom 13ten Sept. hat in mir die Vermuthung erregt, daß ich das Honorar für das Duett für Violine und Pianoforte (als einer Kompositionsgattung, in der ich bisher noch nichts herausgegeben habe und für die mir daher der Maßstab fehlte,) doch wohl zu hoch angesezt habe. Da nun meine beyden Herren Verleger, Haslinger und Simrock, der eine ein Quartett2, der andere Gesänge3 ohnlängst von mir erkauft und noch nicht herausgegeben haben und ich wenig Lust und Zeit habe, neue Verbindungen mit Verlegern anzuknüpfen, so bin ich so frei, Ihnen die beyden Manuscripte nochmals zum Verlag anzutragen, indem ich das Honorar für das Duett um 50 Rth. herabsetze. Der Preis für für beyde Manuscripte (Concertino für Violine mit Orchester- und Clavierbegleitung und Duett für Violine und Pianoforte concertant) würde daher 3004 Rth. Preuß. Courant betragen. Ich sehe Ihrer gefälligen Erklärung entgegen, ob Sie die Manuscripte unter diesen Bedingungen zu verlegen gesonnen sind.
Für meinen kl. Beytrag zu Ihrem Album erbitte ich mir ein Exempl. desselben.
Mit vorzüglicher Hochachtung

Ew. Wohlgeb.
ergebenster
Louis Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf die Briefe Breitkopf & Härtel, 13.09.1836, 21.11.1836 und 23.11.1836. Breitkopf & Härtel beantworteten diesen Brief am 03.12.1836. Vermutlich lagen diesem Brief nichtdatierte Berechnungen Spohrs zugrunde.

[1] Über dem Adressfeld befindet sich von anderer Hand der Empfangsvermerk des Verlags: „1836. / 1" Decbr / 8" - / Cassel / Spohr / No 1922“.

[2] Op. 93.

[3] Op. 94.

[4] Hier gestrichen: „200“.

Kommentar und Verschlagwortung, sofern in den Anmerkungen nicht anders vermerkt: Wolfram Boder (24.01.2020).