Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 1.5 <Haslinger 18361103>

Sr. Wohlgeb.
Herrn Tobias Haslinger
k.k. Hofmusikhändler
in
Wien.

franco
Gränze1


Cassel den 3ten
November 36.

Hochgeehrtester Herr und Freund,

Den mir gütigst überschickten Wechsel auf München habe ich heute hier mit 122 Rth. 5 g. ausgezahlt erhalten, mithin hätte ich vom Honorar des Soloquartetts noch 27 Rth. 19 g. zu gut. Da nun, wie Herr Kapellmeister Kreutzer mir schreibt2, das Honorar für Jessonda3 in diesen Tagen ausgezahlt seyn wird, so hätten Sie vieleicht die Güte, mir mein Guthaben durch meinen Freund, Herrn Hauptmann (ausgezeichneter Komponist,) von hier, der Sie besuchen wird, zu übermachen? - Nochmals sage ich Ihnen für Ihre vielen Bemühungen, die Sie meinetwegen (die Aufführung der Jessonda in der Josephstadt betreffend) gehabt haben, den herzlichsten Dank.
In der letzten Zeit habe ich eine Hymne für Solo- und Chorstimmen mit Clavierbegleitung und einen Psalm geschrieben. Erstere besteht aus 5 Sätzen, einem Chor, einer Sopranarie mit Chor, einem Duett für Alt und Tenor, einem Quartett und dem Schlußchor mit Fuge. Eine Aufführung dieser Hymne wird bey unserm Cäcilienfeste stattfinden.
Indem ich meinen Freund Hauptmann während seines Aufenthalts in Wien Ihrem Wohlwollen angelegentlichst empfehle, unterzeichne ich mit wahrer Hochachtung und Freundschaft ganz

der Ihrige
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Hauptmann, Moritz
Kreutzer, Conradin
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Gott du bist groß
Spohr, Louis : Jessonda
Spohr, Louis : Psalm 24
Spohr, Louis : Quartette, Vl 1 2 Va Vc, op. 93
Erwähnte Orte: Wien
Erwähnte Institutionen: Hoftheater am Kärntnertor <Wien>
Josefstädter Theater <Wien>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1836110322

http://bit.ly/2ePBWAW

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Haslinger an Spohr, 31.07.1836. Haslingers Antwortbrief vom 14.11.1836 ist derzeit verschollen.

[1] Recht neben dem Adressfeld befinden sich von anderer Hand Empfangs- und Antwortvermerk des Verlags: „Spohr in Cassel / 3 Nov 1836. / erhalten _ 10 Nov. / beantw _ 14 " “.

[2] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

[3] Aufführung am Hoftheater am Kärntnertor.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (27.07.2017).