Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. 55 Nachl 100/B,8889

Cassel den 29sten
October 36.

Wohlgeborner Herren,

Beykommend erhalten Sie das, mir übersandte Gedicht, auf die bezeichnete Weise komponirt, zurück.1 Auf ein Honorar für eine so geringfügige Arbeit verzichte ich.
Da jetzt von meinem Oratorium ein neuer Abdruck erschienen ist, so mögte ich die Rechnung für den frühern abschließen. Ich bitte daher um gefällige Einsendung des Betrags der von Ihnen bezogenen 6-7 Exemplare mit 24 Rth. Preuß.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ew. Wohlgeb.

ergebenster
Louis Spohr.

NS. Wenden Sie gef. um.

NS.
Wenn ich nicht irre, so fragten Sie in früherer Zeit einmal nach Manuskripten zum Verlag bey mir an. Ich2 war aber damals die Verpflichtung eingezogen, alle meine Arbeiten einem Verleger zu geben. Diese hat längst aufgehört und meine neuern Kompositionen sind bey verschiedenen Verlegern erschienen. So kann ich auch Ihnen, wenn Sie geneigt seyn sollten, von meinen Kompositionen zu verlegen, jetzt 2 Manuscripte zum Verlag antragen, nämlich
1.) ein Conzertino für Violine mit Orchesterbegleitung (oder Pianofortebegleitung (von mir selbst ausgezogen) und
2.) Concertirendes Duett für Pianoforte und Violine (in 4 Sätzen) – eine jede dieser Kompositionen für ein Honorar von 150 Rth. Preuß. Cour.3

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Schott
Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Konzerte, Vl Orch, op. 92
Spohr, Louis : Nachklänge einer Reise nach Dresden, Vl Kl, op. 96
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1836102926

http://bit.ly/2UbpSf8

Spohr



Der letzte belegte Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Schott, 11.10.1835.

[1] Es scheint sich hier um ein derzeit unbekanntes Lied zu handeln. Spohr selbst hat in sein eigenhändiges Verzeichniß sämtlicher Compositionen von Louis Spohr (Fotokopie im Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. AB 001) für den Oktober 1836 kein Lied eingetragen.

[2] Hier gestrichen: „ha(?)“.

[3] Auf der Rückseite des Briefs befindet sich der Empfangs- und Antwortvermerk des Verlags: „Spohr / Cassel, 29 Oct. 1836. / [gestrichen: 2. Nov 36] / d. 12 Dec. bn.“

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (04.06.2020).