Autograf: Stanford University Music Library (US-STum), Sign. MLM 979E

Sr. Wohlgeb
Herrn Concertmeister
Ferd. David
in
Leipzig.

franco.


Cassel den 18ten
März 1836.

Hochgeehrter Herr,

Obgleich ich bereits gehört habe, daß Sie in Leipzig und dort angestellt seyen, so hat mir Ihre liebe Zuschrift dennoch sehr viele Freude gemacht. Da Sie mir die Versicherung bringt, daß diese Anstellung ganz Ihren Wünschen angemessen ist, wo wie, daß Sie such meiner noch freundlich erinnern. Es steht mir nun binnem kurzem das Vergbügen bevor, Sie nach so langer Zeit wieder zu sehen, indem ich in unserer Ferienzeit, welche Mitte Juni beginnt, mit den Meinigen eine kl. Reise über Leipzig nach Dresden und die Sächsische Schweitz beabsichtige.1 Ich werde einige Tage in Leipzig verweilen und hoffe, dann das Vergnügen zu haben, mit Ihnen Quartetten machen zu können. Einiges neue in dieser Gattung werde auch ich zu hören geben können.
Herrn Mendelssohn bitte ich auf das herzlichste zu grüßen und ihm zu sagen, daß ich sehr hoffte, ihn dann in Leipzig zu finden, daß ich aber darauf rechnete, daß, wenn er früher an den Rhein oder nach Frankfurth reise, er seinen Weg über Cassel nehmen und einige tage bey uns verweilen werde.
Mit wahrer Hochachtung und Freundschaft

der Ihrige
Louis Spohr.

NS. Sagen Sie doch auch Herrn Mendelssohn, daß ich ein großes Duett für Pianoforte und Violine geschrieben habe.

Erwähnte Personen: Mendelssohn Bartholdy, Felix
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Duos, Vl Kl, op. 95
Erwähnte Orte: Dresden
Leipzig
Erwähnte Institutionen: Gewandhausorchester <Leipzig>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1836031810

http://bit.ly/2pnTOak

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf David an Spohr, 12.03.1836. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist David an Spohr, 06.03.1837.

[1] Vgl. Louis Spohr, Lebenserinnerungen, hrsg. v. Folker Göthel, Tutzing 1968, Bd. 2, S. 170ff., Text mit fehlerhafter Paginierung auch online; ders., Louis Spohr’s Selbstbiographie, Bd. 2, Kassel und Göttingen 1861, S. 209ff.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (20.04.2017).