Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 1.6 <Gollmick 18350831>

Sr. Wohlgeb.
Herrn Gollmick
Mitglied des Theateror-
chesters zu
Frankfurt a/m

franco1


Cassel den 31sten
August 1835.

Wohlgeborner Herr,

Solche Notizen, wie Sie sie für Ihr Blatt2 wünschen, würde Ihnen der Kammermusikus Mosenthal, Mitglied unserer Kapelle am besten geben können. Er ist gebildet, witzig, schreibt gut und hat die beste Gelegenheit, alles Musikalische hier zu hören und zu beobachten. Ich rathe daher, sich an ihn zu wenden. Gesagt habe ich ihm jedoch nichts, weil es ihn leicht veranlassen könnte, Ihren Antrag abzulehnen, wüßte er, daß ich darum weiß. Verschweigen Sie ihm daher, daß ich ihn vorgeschlagen habe, weil er dann unbefangen wird berichten können.
Auf Herrn Beils wird die Direction nicht reflektiren können, da sie schon anderweitige Unterhandlungen angeknüpft hat.
Mit vorzüglicher Hochachtung

Ihr
ergebenster
Louis Spohr

NS. Ich hatte vergessen, mich bey Ihnen mündlich nach dem Erfolg meiner Bitte, hinsichtlich der Herausgabe des Clavierauszugs des neuen Oratoriums3 zu erkundigen. Da ich jeden Tag die Zusendung der fertigen Exemplare von Leipzig erwarte, so bin ich so frey, Sie an meine Bitte zu erinnern, um so mehr, da die beyden andern, an die ich mich in gleicher Angelegenheit wandte, nämlich Schelble und Schnyder von Frankfurt abwesend sind.4 Sie hätten vieleicht die Gefälligkeit, sich mit Speyer über die zweckmäßigste Art der Erfüllung meiner Bitte zu besprechen?

Erwähnte Personen: Beils, Carl
Mosenthal, Philipp
Schelble, Johann Nepomuk
Schnyder von Wartensee, Franz Xaver
Speyer, Wilhelm
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Des Heilands letzte Stunden
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835083113

http://bit.ly/2hZFGkw

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Gollmick an Spohr.
Gollmick selbst erwähnt diesen Brief an anderer Stelle: „Die Briefe vom 29. Juni, vom 30. Januar und 33. August enthalten Aufträge, Danksagungen, Unterhandlungen in Bezug auf Opernstoffe u.s.w. In dem letzteren Schreiben empfiehlt er mir den musikalischen Schriststeller Mosenthal mit dem ich in literarische Verbindung treten möge u.s.w.” (Carl Gollmick, Autobiographie. Nebst einigen Momenten aus der Geschichte des Frankfurter Theaters, Frankfurt am Main 1866, Bd. 2, S. 102). Durch den Bezug auf Mosenthal ist die Identität mit dem hier durch einen Druckfehler auf den 33. August datierten Brief eindeutig.
Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Gollmick an Spohr, 06.08.1841.

[1] Links neben dem Adressfeld von anderer Hand: „1835 / Cassel 31 August / L. Spohr“.

[2] Noch nicht ermittelt.

[3] Des Heilands letzte Stunden.

[4] Vgl. Spohr an Wilhelm Speyer, 18.11.1835.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (14.08.2017).