Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 1.5 <Haslinger 18350825>

Sr. Wohlgeb
Herrn Tobias Haslinger
k. k. priv. Kunst- und Mu-
sik-Handlung in
Wien

franco.
Öster. Grenze.1


Cassel den 25sten
August 1835.

Hochgeehrtester Herr und Freund,

Bey meiner Rückkehr aus Holland, wo ich das Seebad gebraucht habe, finde ich Ihr geehrtes Schreiben nebst den 4 Wechseln vorliegen. Diese sind mir, wie Sie auf beyliegendem Blättchen ersehen werden, mit 515 Rth 20 gr hier ausbezahlt worden. Indem ich Ihnen für diese Zahlung meinen besten Dank sage, weiß ich nicht zu bestimmen, ob Sie oder ich noch im Rest sind, da meine seelige Frau alle Einnahmen und Ausgaben notirte und ich mich nicht recht in ihren Papieren zu finden weiß. Meiner Berechnung nach würden Sie etwa 4 Rth zu gut haben, wenn nicht etwa noch für überschickte Correkturen Auslagen gemacht sind.
Für gütige Bestellung der 6 Exempl. des Clavierauszugs meines neuen Oratoriums danke ergebenst. Da ich schon vor 14 Tagen die letzte Correktur besorgt habe, so erwarte ich die Abdrücke nun binnen kurzem zugeschickt zu erhalten. Die Ihrigen werden von Leipzig aus an Sie gesandt werden.
Herrn Kapellmeister von Seyfried bitte ich zu sagen, daß ich seinen Brief2 an unsern Kurprinz unserm Intendanten, dem General von Lepel, übergeben habe und dieser ihn bey einer günstigen Gelegenheit Sr. Hoheit zu überreichen versprochen habe. Dies sey die einzige Weise, wie ein günstiger Erfolg zu hoffen sey. Sobald eine Antwort erfolgt sey, wolle ich sie gleich mittheilen. Unterdessen bitte ich ihn herzlichst zu grüßen.
Mit wahrer Hochachtung und Freu[nd]schaft ganz

der Ihrige
Louis Spohr

Erwähnte Personen: Friedrich Wilhelm Hessen-Kassel, Kurfürst
Lepel, Friedrich Wilhelm von
Seyfried, Ignaz von
Spohr, Dorette
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Des Heilands letzte Stunden
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835082522

http://bit.ly/2pzoIfR

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf den derzeit verschollenen Brief Haslinger an Spohr, 12.07.1835. Der nächste Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Haslinger, 16.09.1835.

[1] Neben dem Adressfeld befinden sich von anderer Hand Empfangs- und Antwortvermerk des Verlags: „Spohr in Cassel / 25 Aug. 1834. / erhalten _ 1 Sept. / beantw. _ 20 Jan 1836“.

[2] Dieser Brief ist derzeit verschollen. Möglicherweise lag er Haslingers Vorbrief bei.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (25.04.2017).