Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287[Scheibler:5
Druck: Wolfgang Arbogast, „Sieben Briefe von Johann Heinrich Scheibler (1777-1837) an Louis Spohr (1784-1859). Der Krefelder Fabrikant und Musikliebhaber an den Komponisten und Kapellmeister in Kassel“, in: Heimat. Krefelder Jahrbuch 63 (1992), S. 157-168, hier S. 166

Herrn Capellmeister Spohr


Verehrtester Herr und Freund.

Durch unseren H. Dr Rein höre ich daß Sie in Düsseldorf sind, und Crefeld nicht besuchen wollen obgleich sie mehrere Tage dort sich aufhalten werden. Sie hätten wohl eine kleine Fahrt hierher machen können ohne sonst Ihren Reiseplan zu stören, den in 2 ¼ Stunden fährt man hierher.
Wenn Sie nicht sicher sind auf Ihrer Zurückreise, mich mit Ihren Töchtern (? Frauen)1 auf einige Tage zu Besuchen, (was wir sehr wünsche, ) so kommen Sie Montag zum Mittag Essen, – und lassen es mich durch H.v. Beckerath gütigst wissen. Herr und Frau vSiebel werden doch diese kleine Tour mitmachen.
Sie müssen der Kunst dieses mal ein Opfer bringen, und meine Arbeiten kennen lernen, was beim Anschauen gar sehr leicht für Sie sein wird. Sie bedürfen nur einiger Stunden um sich von der Sache vollkommen zu überzeugen. Wollen Sie etwas mehr als den musicalischen Theil kennen lernen, so müssen Sie Ihren Besuch bis zu Ihrer Rückkehr verschieben – – aber dann fürchte ich wird nichts draus, und Sie oder ich, sind nicht zu haben.
Am 30ten heirathet meine Tochter Eugenie und im Aug. mein Sohn Fritz. Genau kann ich den Tag nicht angeben. Da Fritzens Braut2 in Frankfurt wohnt, so werden wir 8 bis 10 Tage abwesend von hier sein müssen. Wenn Ihre Rückreise nun in den Aug. fällt, wie ich vermuthe, so wäre mir Ihre Adresse nöthig um Sie zu benachrichtigen, wAenn wir abwesend sein werden.
So lange kein Heros der Musick gesprochen, so lange wird niemand sich bemühen unter den Musickern. Die Physicker in Stuttgard haben auf der Stelle die ganze Richtigkeit und die absolute Nothwendigkeit meiner Gesetze eingesehen, aber darum kümmert Euterpe sich nicht.
Ich hoffe Sie lassen sich erbitten, und mich mit zwei Worten Ihren Entschluß wissen.

Ihr Sie hochachtender
Hch Scheibler

Crefeld am 20 Juny
1835

Ich bewohne ein großes Haus und kann viele Freunde lassen. Künftige Woche logieren außer der Familie Sr3, 11 Hochzeitgäste bei mir – also genieren Sie sich nicht mit Ihren Freunden mich zu besuchen; Sie kennen mich doch und wissen, daß Ihre Freunde meine Verehrung für Sie, auch mit besitzen. –

Autor(en): Scheibler, Heinrich
Adressat(en): Spohr, Louis
Erwähnte Personen: Beckerath, Wilhelm von
de Greiff, Eugenie
Rein, Anton
Scheibler, Dina
Scheibler, Friedrich
Scheidler, Wilhelmine
Spohr, Therese
Sybel, Amalie von
Sybel, Heinrich Philipp Ferdinand von
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1835072047

http://bit.ly/3glubjC

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Scheibler an Spohr, 03.05.1833. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Scheibler an Spohr, 01.08.1835.

[1] Spohr reiste mit seiner Tochter Therese und seiner Schwägerin Wilhelmine Scheidler.

[2] Diana geb. Seufferheld.

[3] Abk. f. „Scheibler“?

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (14.06.2021).