Autograf: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (D-Kl), Sign. 4° Ms. Hass. 287

Hochwohlgeborner Hochzuverehrender
Herr Kapellenmeister

Einer meiner Söhne jetzt 17 Jahre alt, der die Gymnasial-Studien mit Zufriedenheit seiner Herrn Lehrer absolviret hat, widmete sich dem Musikfache, und wurde unter Leitung des Professors und Hofraths Herrn Froehlich in Würzburg durch den Musikdirigenten Herrn Reiter, einem Ihrer ehmaligen Zöglinge in dem Violinspielen unterrichtet, und erhielte auch einige theoretischen Unterricht. Da ich nun wünsche er bilde sich ganz vollkommen in seiner Kunst aus, so wage ich die gehorsamste Bitte an Ew. Hochwolg. denselben gefälligst in Ihren Unterricht zu nehmen, und da wir gehört haben, daß Sie einer gewissen Anzahl schon eingeübter Schüler Ihre Güte Nicht versagen, und Einer oder der Andere selbst in Ihrer Wohnung seyn kann, so bitte ich Sie wenn es keine Störung für Sie seyn würde dieses geschehen zu lassen, und unter welchen Bedingungen; und da wir sonst keine Bekannten in Cassel haben, hierüber uns in [???]1 mit einer baldigen und gefälligen Rückantwort zu erfreuen; damit sich mein Sohn auf die Reise machen könne. Herr Reiter glaubt er sey vorbereitet und fähig, unter Ihrem Unterrichte sich vollends auszubilden. Und da ich selbst Freund dieser Wissenschaft bin, so lebe ich in der Hoffnung Sie werden meine sehnlichste Bitte gütigst genehmigen. Mit der größten Hochachtung sich Ihrer Wohlgewogenheit bestens empfehlend bestehe

Ew. Hochwohlgeborn
Hochgeehrtester Herr KapellenMeister
ganz ergebenst gehorsamster
Dr2 Reder

Mellerichstadt den 16ten Decemb. 1834
in Baiern.

Erwähnte Personen: Fröhlich, Franz Joseph
Reder, Anton
Reiter, Ernst
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Musikschule <Würzburg>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1834121640

http://bit.ly/

Spohr



Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Reder an Spohr, 04.05.1835.

[1] „in [???]“ zeigt Spuren des Radierens und sollte möglicherweise getilgt werden.

[2] Hier könnte auch „D.“ gelesen werden.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (03.02.2020).