Autograf: Hessisches Staatsarchiv Marburg (D-MGs), Sign. Best. 300 Nr. B 24/19, Bl. 24

Durchlauchtigster Kurprinz und
Mitregent,
Allergnädigster Herr!

Der Kapellmeister Spohr bittet unterthänigst um die allerhöchste Genehmigung, seinen dießjährigen 6wöchentlichen Reiseurlaub am 15ten Juni antreten zu dürfen.1

Der leidende Gesundheitszustand meiner Frau hätte schon im vorigen Jahr für sie eine Wiederholung der Badekur in Marienbad höchst nöthig gemacht, doch mußte sie darauf verzichten, weil damals die Cholera in Böhmen grassierte.2 Diese Krankheit hat dort nun ganz aufgehört; ich wage daher die unterthänigste Bitte:
„daß Ew. Hoheit es allergnädigst genehmigen wollen, daß ich meinen dießjährigen sechswöchentlichen Urlaub am 15ten Juni antrete, um ihm zu der Reise nach Marienbad benutzen zu können.“3
Einer allergnädigsten Gewährung dieser unterthänigsten Bitte entgegensehend, verharre in tiefster Ehrfurcht

Ew. Hoheit
unterthänigster Diener
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Spohr, Dorette
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Marienbad
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1833051513

http://bit.ly/2Gk3BE1

Spohr



Da Kurprinz Friedrich Wilhelm diesen Antrag am 14.06. genehmigte (vgl. Anm. 1), entstand dieser Brief offensichtlich bis zu diesem Datum. Da es unwahrscheinlich ist, dass Spohr erst wenige Tage vor Urlaubsantritt stellte, ist ein Datum um den 15.05. wie zu seinem Urlaubsantrag im Vorjahr, ebenfalls für einen Urlaubsbeginn am 15.06. naheliegend.

[1] Neben dieser Zusammenfassung von der Hand Friedrich Wilhelms:
„Wilhelmshöhe den 14ten Juny 1833.
Genehmigt
2.) Ist der Hoftheater-Direktion hiervon Nachricht zu geben.“

[2] Vgl. Spohr an Jan Nepomuk Štěpánek, 30.11.1832, Cholera-Archiv mit Benutzung amtlicher Quellen, hrsg. v. J[ohann] C[hristoph] Alberts u.a., Bd. 3, Berlin 1833, S. 399-403.

[3] Vgl. Louis Spohr, Lebenserinnerungen, hrsg. v. Folker Göthel, Tutzing 1968, Bd. 2, S. 161f., Text mit fehlerhafter Paginierung auch online; ders., Louis Spohr’s Selbstbiographie, Bd. 2, Kassel und Göttingen 1861, S. 198f.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.03.2018).