Autograf: letzter Nachweis in Richard Batka, Aus der Musik- und Theater-Welt. Beschreibendes Verzeichnis der Autographen-Sammlung Fritz Donebauer in Prag, 1894, S. 126
Druck: Otto Poyer, „Fünf Briefe berühmter Tondichter”, in: Neue Zeitschrift für Musik 90 (1894), S. 26f., hier S. 27

Wohlgeborner Herr!

Auf Veranlassung Ihrer gefälligen Anfrage erkläre ich hiermit: Daß ich die Prager Bühne im rechtmäßigen Besitz meiner Oper Jessonda anerkenne und daß Sie dieselbe nach dem Benefice der Madame Podhorsky, so oft wiederholen können, als es Ihnen beliebt.
Das Honorar habe ich durch ein hiesiges Handelshaus für Rechnung des Herrn Triedler richtig ausgezahlt erhalten.
Wenn die Cholera nächsten Sommer in Böhmen nicht wieder zu sehr Oberhand nimmt, werde ich mit meiner Frau Marienbad besuchen. Nach der Cur beabsichtige ich eine Vergnügungsreise nach Prag, um meine alten Freunde dort einmal wiederzusehen.
Dann steht mir auch das Vergnügen bevor, Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen und nach langer Zeit wieder Ihr Theater zu besuchen!

Mit vorzüglicher Hochachtung
Euer Wohlgeborn
ergebenster
Louis Spohr.

NB. Die Herren Triebensee, Pixis, sowie alle Mitglieder des dortigen Conservatoriums und Theaterorchesters, die sich noch meiner gütigst erinnern, bitte ich von mir herzlichst zu grüßen.

Erwähnte Personen: Pixis, Johann Peter
Podhorsky, Katharina
Spohr, Dorette
Triebensee, Josef
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Jessonda
Erwähnte Orte: Marienbad
Prag
Erwähnte Institutionen: Konservatorium <Prag>
Theater <Prag>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1832113015

http://bit.ly/1qOEEry

Spohr



Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (12.04.2016).