Autograf: Österreichische Nationalbibliothek Wien (A-Wn), Sign. Autogr. 126/76-3 Han

Sr. Wohlgeb.
Herrn A. Streicher
Landstraße, Ungergasse
Nro 377
in
Wien.

franco.1


Cassel den 20sten
Aprill 1832.

Geehrtester Herr und Freund,

Das Patenpianoforte hat so viel Beyfall gefunden, daß eine vornehme Dame2 unserer Bekanntschaft, die vorzüglich spielt, mir den Auftrag gegeben hat, ihr ebenfals eines zu verschreiben. Sie wählt Nro 9 Ihres Preiscouverts à 600 Fl. Haben Sie die Güte, ein solches so bald wie möglich unter meiner Adresse abzusenden und mir den Tag des Abgangs gefälligst zu melden. Da die Dame sich an mich adressirt hat in der Hoffnung, alsdann ein eben so vorzügliches Instrument im Ton zu erhalten,wie das jüngst gesandte, so bitte ich recht dringend, die Auswahl so zu treffen, daß sie in dieser Erwartung nicht getäuscht werde.
Da ich dieses mal den mir gütigst bewilligten Rabbat von 10 Prozent nicht gleich abziehen kann, so werde ich nach Übersendung des Wechsels bitten, ihn an Herrn Tob. Haslinger gefälligst auszuzahlen.3
Den Wechsel von 405 fl., den ich am 17ten März absandte, werden Sie hoffentlich richtig erhalten haben. Sollten Sie die Quittung nicht bereits, wie ich bat, an Hrn Haslinger abgegeben haben, so bitte ich, sie Ihrer gefälligen Antwort auf dieses Schreiben beyzulegen.
Mit herzlicher Freundschaft und innigster Hochachtung stets ganz

der Ihrige
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Streicher
Streicher, Andreas
Erwähnte Personen: Haslinger, Tobias
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1832042017

http://bit.ly/2xXh3Oc

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Johann Baptist Streicher an Spohr, 13.01.1832. Andreas und Johann Baptist Streicher beantworteten diesen Brief am 24.04.1832.

[1] Rechts oben neben dem Adressfeld befinden sich von anderer Hand Empfangs- und Antwortvermerk der Werkstatt: „Louis Spohr / Cassel den 20 April / empf. 26 " / beantw " / 832 / 56“.

[2] Noch nicht ermittelt.

[3] Vgl. Spohr an Tobias Haslinger, 30.05.1832 und Haslinger an Spohr, 11.07.1832.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (11.05.2020).