Autograf: Goethe-Museum Düsseldorf/Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung (D-Dük), Sign. 2476
Druck 1: Karl Benyovszky, J.N. Hummel. Der Mensch und Künstler, Bratislava 1934, S. 318 (teilweise)
Druck 2: Christina Kroell und Hartmut Schmidt, Johann Nepomuk Hummel – Komponist der Goethe Zeit und sein Sohn Carl – Landschaftmaler des späten Weimar, Düsseldorf 1971, S. 50 (teilweise)

Sr. Wohlgeb.
Dem Herrn Hofkapell-
meister Hummel
in
Weimar

franco.


Cassel den 11ten
October 1831.

Geehrter Freund,

Seit länger als einem Jahr arbeite ich an einer Violinschule, die nun endlich in diesen Tagen fertig wird. Fünf Verleger habe sich darum gemeldet; ich bin aber sehr in Verlegenheit, was ich dafür verlangen soll. Nun könnte es mir zu einem Maßstabe dienen, wenn Sie die Güte hätten, mich wissen zu lassen, was Ihnen Haslinger für Ihre Clavierschule bezahlt hat? Ich weiß zwar wohl, daß eine Clavierschule mehr Käufer findet als eine Violinschule; auch ist Ihr Werk wohl ein Drittheil stärker; doch würde ich meine Forderung daran abmessen können. Auch wünschte ich gern zu wissen, ob Sie, oder der Verleger die Privilegien herbey geschafft haben. – Sollte Sie allso keine Gründe haben, die Sache zu verschweigen, so bitte ich recht sehr um gefällige Auskunft.
Gestern erhielt ich einen Brief1 von Herrn W. Brand aus Rudolstadt, der mich um eine Empfehlung an Sie bittet. Er ist einer meiner vorzüglichsten Schüler; war einige Jahre Mitglied unsers Orchesters und mußte Ostern, bey der unglücklichen Reduction unsers Orchesters mit mehreren Andern, die noch keine Rescripte hatten, entlassen werden. Er ist ein vorzüglicher Solospieler und tüchtiger Musiker. Können Sie ihm auf irgend eine Weise nützlich seyn, so bitte ich recht sehr darum.
Wie es von Ostern an mit unserm Theater werden wird, ist noch unentschieden; zu dem frühern Gla[nz] wird es aber schwerlich je wieder [zu]rückkehren!
Die herzlichsten Grüße an die lieben Ihrigen. Mit inniger Freundschaft stets ganz

der Ihrige
Louis Spohr.

Autor(en): Spohr, Louis
Adressat(en): Hummel, Johann Nepomuk
Erwähnte Personen: Brand, Walter
Haslinger, Tobias
Erwähnte Kompositionen: Hummel, Johann Nepomuk : Klavierschule
Spohr, Louis : Violinschule
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Hofkapelle <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1831101113

http://bit.ly/3ax99K5

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Hummel, 21.10.1830. Der nächste belegte Brief dieser Korrespondenz ist Hummel an Spohr, 27.12.1835.

[1] Dieser Brief ist derzeit verschollen.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (23.01.2020).