Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C.F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 216f.
Druck: Horst Heussner, Die Symphonien Spohrs, Phil. Diss. Marburg 1956, Anh. S. 29 (teilweise)

Sr. Wohlgeb.
Herrn C.F. Peters
Bureau de Musique
in
Leipzig.

franco.1


Cassel den 26sten
Aprill 1831.

Wohlgeborner Herr,

Außer den 10 Pfund habe ich von Herrn Boosey in London noch eine andere Summe zu fordern. Da nun Herr Ferd. Ries vor 8 Tagen nach London gereiset ist, so habe ich ihm Auftrag und Vollmacht gegeben beyde Summen einzukassiren. Sollte er nun vieleicht nur die eine erhalten, weil Herr Boosey glauben könnte, Sie hätten mir bereits die 10 Pf. bezahlt, so werde ich später noch Ihr gefälliges Anerbieten acceptiren. Warscheinlich wird Herr Ries aber beyde Summen ausgezahlt erhalten.
Mit der Arbeit an meiner Schule geht es jezt langsam, da ich viel ungewöhnliche und unangenehme Arbeit habe. Der Kurfürst will aus Haß gegen Kassel unser Theater aufheben und ich habe alle Hände voll zu thun, um unsere Rechte zu vertheidigen. Zum Glück ist die Ständeversammlung eröffnet, in der wir im schlimmsten Fall, eine schützende Behörde gegen die Gewaltstreiche des Kurfürsten finden werden.
Mit vorzüglicher Hochachtung

Ew. Wohlgeb.
ergebenster
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Ries, Ferdinand
Wilhelm II. Hessen-Kassel, Kurfürst
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Violinschule
Erwähnte Orte: London
Erwähnte Institutionen: Boosey <London>
Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1831042650

http://bit.ly/2mPCpmF

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Böhme an Spohr, 14.04.1831. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondez ist Spohr an Böhme, 23.03.1832, aus dem sich ein derzeit verschollener Brief von Böhme an Spohr erschließen lässt.

[1] Auf dem Umschlag des Briefs befindet sich von anderer Hand noch der Empfangsvermerk des Verlags: „Cassel d. 26t. April 1831. / Spohr / empf. d. 30t. d.“

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (17.03.2017).