Autograf: Spohr Museum Kassel, Sign. Sp. ep. 1.4 <Götze 18310106>

Herrn
David Wilhelm Götze
in
Poessneck.


Cassel den 6ten
Januar 30.

Wohlgeborner Herr,

Ihr Sohn1 zeigt recht viel Naturanlage für Musik und wird bey fortgeseztem Fleiß gewiß ein tüchtiger Geiger werden. Auch hat er bereits seit seynem Hierseyn bedeutende Fortschritte gemacht und fängt schon an, manche meiner Kompositionen recht gut vorzutragen. Er war nur bey seiner Herkunft im Technischen noch gar zu weit zurück und muß daher erst noch mancherley lernen, was er, um meinen Unterricht mit Nutzen zu genießen, bereits hätte eingeübt haben sollen. So ist namentlich sein Bogenstrich noch ungelenk, weil er ihn früher gegen alle Schule geführt hat. Ich habe aber, wie schon gesagt, die Überzeugung daß er, wenn er so, wie bisher fortfährt, etwas ausgezeichnetes leisten werde.
Hochachtungsvoll

Ew. Wohlgeb.
ergebener
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Götze, Franz
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1831010610

http://bit.ly/2hGtKUX

Spohr



Dieser Brief muss offensichtlich dem Brief Spohr an Götzes Sohn Franz, 16.11.1830 nachfolgen; daher ist anzunehmen, dass Spohr, wie auch in anderen Briefen bei diesem Brief im Datum Anfang Januar noch versehentlich das Vorjahr notierte.
Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Götzes Sohn Franz, 30.04.1834.

[1] Franz Götze.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (08.08.2017).