Autograf: Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv (D-B), Sign. Mus.ep. Spohr, L. 16

Sr. Wohlgeb.
Dem Herrn Mangold
Großherzogl Hofkapellmeister
in
Darmstadt.

Hiebey ein
Paquet Musi-
calien in Leinen
gez: H.K.M.


Cassel den 15ten
Juli 1830.

Wohlgeborner,
Hochgeehrtester Herr Kapellmeister,

So eben von einer Badereise in die böhmischen Bäder zurückgekehrt, beeile ich mich, Ihre freundliche Zuschrift, die während meiner Abwesenheit eingelaufen ist, zu beantworten und Ihnen zugleich die gütigst verlangte Abschrift der Jessonda einzuschicken, die mein Bruder1 unterdeß hat abschreiben lassen. Da ich es bisher schmerzlich empfunden habe, daß meine Werke vom Repertoir des Darmstädter Hoftheaters ganz ausgeschlossen waren, so hat es mich freudig überrascht, daß eine meiner Opern zur Wiedereröffnung erwählt worden ist2 und ich sage der Intendanz für diese, mich ehrende, Wahl meinen innigten Dank.
Indem ich nun das Werk so wie mich selbst Ihrem Wohlwollen empfehle unterzeichne ich mit vorzüglichster Hochachtung

Ew. Wohlgeb
ergebenster Dr.3
Louis Spohr.

NS. Es ist vergessen worden, vom Buch eine Abschrift zu nehmen, diese werde ich in einigen Tagen nachsenden.

Erwähnte Personen: Spohr, Ferdinand
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Jessonda
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Darmstadt>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1830071514

http://bit.ly/2FfuPt7

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Mangold, 14.03.1824. Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Mangold an Spohr. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Mangold an Spohr, 01.02.1842.

[1] Ferdinand Spohr.

[2] Spohr hatte 1823 Jessonda erstmals dem Darmstädter Hoftheater angeboten (vgl. Spohr an Ludwig I von Hessen Darmstadt, 08.10.1823). Trotz dieser Bestellung wurde diese Oper erst am 15.05.1842 in Darmstadt aufgeführt (vgl. Mangold an Spohr, 18.05.1842).

[3] Abkürzung für „Diener“.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (25.04.2018).