Autograf: Bodleian Library Oxford (GB-Ob), Sign. MS. Autogr. b. 10, p. 809

Sr. Wohlgeb.
Dem Herrn Gollmick
Mitglied des Theateror-
chesters zu
Frankfurt a/m

franco.1


Cassel den 4ten
Juni 29.

Wohlgeborener Herr,

es ist mir recht leid, Ihnen auf Ihre gefällige Anfrage verneinende Antwort geben zu müssen. Wir haben 4 Sängerinnen die nicht einmal gehörig zu beschäftigen sind außer einem 1sten Bassist[en] und einer 1sten Liebhaberin bey[m] Schauspiel wird niemand zur Ergänzung unsers Personals gesucht. Für beyde Fächer wird übrigens auch schon unterhandelt.2
Ich freue mich recht sehr, Sie bey meiner Durchreise durch Frankfurt in 14 Tagen wiederzusehn. Bis dahin leben Sie recht wohl.
Mit vorzüglicher Hochachtung

der Ihrige
Louis Spohr

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Frankfurt am Main
Erwähnte Institutionen: Hoftheater <Kassel>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1829060413

http://bit.ly/2i2T0Vl

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf einen derzeit verschollenen Brief von Gollmick an Spohr. Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Gollmick, 31.08.1835, aus dem sich noch ein derzeit verschollener Brief von Gollmick an Spohr erschließen lässt.

[1] Neben dem Adressfeld befindet sich von anderer Hand: „1824 / Cassel 4 Juni / L. Spohr“.

[2] Für die Stelle des 1. Bassisten verhandelte das Theater mit August Zschiesche (vgl. Reinhard Lebe, Ein deutsches Hoftheater in Romantik und Biedermeier. Die Kasseler Bühne zur Zeit Feiges und Spohrs (= Kasseler Quellen und Studien 2), Kassel 1964, S. 106; Spohr an August Zschiesche, 16.06.1829). Die Stelle der 1. Liebhaberin wurde 1830 mit Louise Ehlers besetzt (vgl. Lebe, S. 95).

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (15.08.2017).