Autograf: Universitätsbibliothek Leipzig (D-LEu), Sign. Kurt-Taut-Slg./5/Sei-Str/S/143
Druck: Adolph Kohut, „Franz Liszt und Franz Götze. Mit ungedruckten Briefen von Franz Liszt und Louis Spohr“, in: Leipziger Tageblatt und Anzeiger 83 (1888), S. 6942

Herrn
Joh. David Götze
Schönfärber
in
Pösneck
bey Rudolstadt.

franco.


Cassel den 11ten
März 29.

Geehrter Herr,

Da ohnlängst einer meiner Schüler1 abgegangen ist, so sind 3 Stunden in der Woche erledigt. Hat Ihr Sohn daher wirkliches Talent für Musik und ist er im Violinspiel soweit fortgeschritten, daß ihm mein Unterricht von Nutzen seyn kann, so will ich ihm diese 3 Stunden einräumen. Der Preis einer Unterrichtsstunde bey mir ist 1 Rth. Meine übrigen auswärtigen Schüler wohnen zum Theil bey meinem Bruder2, theils bey andern Mitgliedern der Hofkapelle und bezahlen für Wohnung, Heitzung Kost den ganzen Tag, Wäsche u.s.w. 14 bis 15 Rth. monathlich. - Nun wird es Ihnen leicht seyn einen Überschlag der Kosten zu machen.
Fehlt es Ihnen hier an Bekannten und wünschen Sie, daß ich für ein Unterkommen Ihres Sohns sorgen soll, so schreiben Sie es mir nur.
Hochachtungsvoll

Ihr
ergebener
Louis Spohr.

Den Herren von Beuth bitte ich mich zu empfehlen. Ich werde nächstens ihre freundlichen Schreiben3 beantworten.

Erwähnte Personen: Götze, Franz
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte: Kassel
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1829032910

http://bit.ly/2hGrPzG

Spohr



Der nächste erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Götzes Sohn Franz, 16.11.1830.

[1] Noch nicht ermittelt.

[2] Ferdinand Spohr.

[3] Dieser Briefe sind derzeit verschollen.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (08.08.2017).