Autograf: Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta), Sign. 21070 C.F. Peters, Leipzig, Nr. 850, Bl. 207f.

Sr. Wohlgeb.
Herrn C.F. Peters
Bureau de Musique
Leipzig.1


Cassel den 25sten
Februar 1829.

Ew. Wohlgeb.

erhalten beyliegend das mir gesandte Blatt mit meiner Unterschrift zurück. In Betreff des Inhalts Ihres geehrten Schreibens habe ich noch einen Irthum zu berichtigen. Wie ich damals Herrn Leede von neuem Manuscripte zugesagt habe, so ist sicher nicht von einer bestimmten Gattung von Kompositionen die Rede gewesen2, da ich mich niemals darauf eingelassen habe, etwas auf Bestellung zu machen, sondern stets in der Wahl der Gattung meiner augenblicklichen Neigung gefolgt bin. War dann eine Komposition vollendet, so trug ich sie dem Verlage an. Herr Leede kann daher wohl den Wunsch geäußert haben, da[ß] ich für ihn, die beyden bezeichneten Werke schreiben mögte (ich erinnere mich dessen nicht,) aber ganz sicher habe ich sie ihm nicht zugesagt, weil dieß ganz gegen meine, bis dahin befolgten Maximen gewesen wäre. Ich begreife daher auch nicht, wie Herr Leede diese Sachen als künftige Verlagsartikel ankündigen konnte. – Wenn ich daher im Laufe des nächsten Somme[rs] im Stande bin, Ihnen wieder Manuscripte anzutragen, wie ich es denn sehr wünsche, so wird es die Gattung von Komposition seyn, zu der mich bis dahin meine Neigung geführt hat.
Mit vorzüglicher Hochachtung

Ew. Wohlgeb.
ergebener Diener
Louis Spohr.

Erwähnte Personen: Leede, Christian Friedrich Erdmann
Erwähnte Kompositionen:
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen:
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1829022520

http://bit.ly/2mN3ua6

Spohr



Dieser Brief ist die Antwort auf Böhme an Spohr, 19.02.1829. Böhme beantwortete diesen Brief am 24.03.1829.

[1] Auf dem Umschlag des Briefes befinden sich von anderer Hand noch Empfangs und Antwortvermerk des Verlags: „Cassel den 25ten Febr. 1829. / Kapellmeister [Louis] Spohr / empfangen d 29 d. '' / beant. d. 24 Merz“.

[2] Vgl. Spohrs an Christian Friedrich Erdmann Leede, 01.05.1828.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Wolfram Boder (16.03.2017).