Autograf: Spohr Museum Kassel (D-Ksp), Sign. Sp. ep. 1.5 <Haslinger 18280718>

Sr. Wohlgeb
Herrn Tobias Haslinger
Musikverleger, Graben
No 572
in
Wien.

Nebst einem
Paquet geschr.
Musikalien in
grauem Papier
gez: H.T.H.1


Cassel den 18ten
Juli 28.

Wohlgeborener Herr,

Beykommend habe ich die Ehre, Ihnen für den Musikverein des Öster. Kaiserstaats die Partitur meines Oratoriums „Die letzten Dinge“ zu übersenden.2 Ich wünsche, daß das Werk sich des Beyfals desselben zu erfreuen haben möge. - Die Kosten der Abschrift betragen 11 Rth. Preußisch, welche Sie gütigst in Empfang nehmen und mir gelegentlichst übermachen wollen.
Zugleich sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank für die vielfachen Sendungen Ihrer gehaltreichen und elegant ausgestatteten Verlagsartikel und wünsche nur, mich Ihnen auch einmal gefällig zeigen zu können. Leider erlauben mir meine häufigen Berufsgeschäfte nicht so viel zu schreiben, wie ich wohl wünschte und ich kann daher die Wünsche der Verleger, mit denen ich in Verbindung stehe, in dieser Hinsicht nicht zur Hälfte befriedigen. Dies ist auch der Grund, warum ich Ihnen noch kein Manuscript zum Verlag antragen konnte, da es mir doch sonst eine Freude seyn würde, meine Sachen durch Ihre korrekten und eleganten Ausgaben verbreitet zu sehen. Vieleicht gewinne ich nun mehr Muße, da wir endlich auf eine Reihe von Jahren ein festes Opernpersonal gewonnen haben.
Mit vorzüglicher Hochachtung habe ich die Ehre zu seyn

Ew. Wohlgeb
ergebenster Diener
Louis Spohr.

Erwähnte Personen:
Erwähnte Kompositionen: Spohr, Louis : Die letzten Dinge
Erwähnte Orte:
Erwähnte Institutionen: Gesellschaft der Musikfreunde <Wien>
Zitierlink: www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1828071822

http://bit.ly/2nLhDY5

Spohr



Der letzte erhaltene Brief dieser Korrespondenz ist Spohr an Haslinger, 13.09.1827. Haslingers Antwortbrief vom 30.08.1828 ist derzeit verschollen.

[1] Am linken Rand neben dem Adressfeld befinden sich Empfangs- und Antwortvermerk des Verlags: „Spohr _ 1828 / Cassel _ 18 July / erhalten _ 9 Aug / beantw. _ 30 " “.

[2] Vgl. Spohr an Raphael Georg Kiesewetter, 10.03.1828.

Kommentar und Verschlagwortung, soweit in den Anmerkungen nicht anders angegeben: Karl Traugott Goldbach (28.03.2017).